Kapitel 15
Sehr wahrscheinlich wird mancher Leser bemerken, dass die Überschrift dieses Kapitels etwas an „Wenn Fliegen hinter Fliegen fliegen, fliegen Fliegen hinter Fliegen her.“ erinnert. Einer der Sprüche, die ich schon mein Leben lang zu passenden und gerne auch unpassenden Gelegenheiten zitiere.
Für Ameisen gibt es diesen Spruch nicht, weil Ameisen anscheinend nicht „ameisen“ können. Aber Ameisen können Ameisenstrassen bilden, d.h. eine Ameise fängt an und dann kommt die nächste und die nächste und die nächste und… so weiter und so fort.
In New York gibt es das, wie schon hin und wieder erwähnt „manchmal“ auch. Versucht man z.B. wie wir, an einem 4th of July, dem amerikanischen Unabhängigkeitstag, das imposante Macy’s Feuerwerk auf Pier 83 am Hudson zu erleben, stellt man sich mal wieder mit ganz vielen in eine Reihe und bezahlt die läppischen, nach einiger Zeit in New York denkt man wirklich das sei gar nicht so teuer, $750 Eintritt für die ganze Familie.

Wenn man in Deutschland zu solch populären Veranstaltungen geht, kann man hin und wieder erleben, wie man dabei fast zu Tode gedrückt wird. Ich habe einige solcher Erlebnisse hinter mir, z.B. bei BAP, Sting, dem Karlsruher Fest oder Marius Müller Westernhagen. Bei BAP konnte ich sogar die Füße heben und wurde einfach weiter transportiert. Glücklicherweise bin ich niemand der dabei Platzangst bekommt, aber einige sind damals um mich herum sogar ohnmächtig geworden.
Positiverweise sind diese Ameisen-Schlangen in New York in der Regel viel gesitteter. Alle stellen sich dabei schön ordentlich hintereinander und es ist vollkommen egal, ob diese Schlange einmal um die Erde reicht oder „nur“ bis nach Harlem.
Ich persönlich bin mir mittlerweile sehr sicher, warum New Yorker sich so vorbildlich benehmen.
Zum einen leben sie von klein an mit so vielen Menschen zusammen, dass man irgendwann bemerkt, dass es einfach nichts außer Ärger bringt, wenn man sich vordrängelt – und zum anderen, wird das Leben hier durch so viele Regeln bestimmt, dass man sich als Europäer hin und wieder fragt, wie es in Europa überhaupt möglich ist, auch mit weniger Regelwerk zusammen zu leben.
Um das noch mal zu erwähnen, ursprünglich war ich der Meinung, dass es nirgendwo mehr überflüssige Regeln gibt als in Deutschland und bzw. oder der Europäischen Union, aber diese Einschätzung verändert sich ganz schnell, wenn man eine gewisse Zeit in New York lebt.
Hier mal ein paar griffige Beispiele:
In unserem Gebäude durfte man z.B. keine Kinder mit in den Fitnessraum nehmen. Warum? Das wusste natürlich niemand so genau. Das ist halt so eine Regel…
Wir hatten auch ein kleines Schwimmbecken im Riverhouse. Dort konnten Kinder, egal welchen Alters, nicht ohne Begleitung eines Erwachsenen schwimmen gehen, auch wenn das Kind schon so groß, wie unsere Tochter Anjella (14 auf dem Bild) ist und schon seit ca. 10 Jahren schwimmen kann.
Das Schwimmbecken wurde außerdem immer von einem Bademeister überwacht, was an sich schon ziemlich lächerlich aussah. Ungefähr so, wie wenn man in Deutschland neben ein aufblasbares Kinder-Planschbecken noch einen hoch-offiziellen Aufpasser setzen würde.
Das Betreten des Beckens war selbst Erwachsenen verboten, wenn der Bademeister gerade mal auf die Toilette musste. Okay, diese Regel wurde nicht immer strikt eingehalten, aber sie war ja so oder so sinnlos.

Ins Becken springen ist in ganz Amerika verboten. Manchmal machen es die Kinder dann doch, was oft zu einem sofortigen Trillerpfeifenkonzert des Bademeisters führt, selbst wenn man alleine im Becken ist.
In unserem Gebäude war netterweise die Anlieferung von größeren Gegenständen am Wochenende generell untersagt. Eine Möbelanlieferung musste man zudem immer mehrere Tage im Voraus schriftlich ankündigen. Tat man das nicht, wurde der Lieferant einfach wieder weg geschickt.
Ein besonders amüsantes Erlebnis hatten wir auch, als wir eines Tages mit der Subway nach Rockaway Beach gefahren sind. Man steigt dazu in Tribeca in die U-Bahn und lediglich einmal um. Dann fährt man in ungefähr 1,5 Stunden fast direkt an den Atlantik und kann dort sehr schön baden gehen.
Die Strände sind breit und gepflegt, aber auch überall mit vielen Warnschildern versehen. Kein Alkohol, keine Hunde, kein Feuer und keine „Motor Vehicles“, sowie eine weitere sehr wichtige Regel, die wir aber bei unserem ersten Besuch dort vor lauter Schildern übersehen hatten.

Zum ersten Mal lagen wir also gemütlich am Strand von Rockaway Beach mit unseren Kindern. Wir hatten uns einen schönen Bereich ausgesucht, an dem wir uns ganz vorne ans Wasser legen konnten, um unsere Kinder besser beim Baden beaufsichtigen zu können.
Ja, wir wunderten uns schon etwas, warum die meisten Leute, ein paar Meter weiter, relativ gedrängt auf einem Fleck lagen, als wir plötzlich eine übertrieben laute Trillerpfeife hörten und dann einen wild winkenden Rettungsschwimmer sahen. Keiner Schuld bewusst, fühlten wir uns aber nicht angesprochen bzw. angepfiffen.
Der Rettungsschwimmer kam dann jedoch ganz aufgeregt in Richtung unserer Kinder gelaufen, die gerade noch vollkommen friedlich am Wasser spielten und sich nicht, wie sonst immer, physisch traktierten. Ja, ich wollte jetzt ganz bewusst nicht „prügeln“ schreiben…
In jedem Fall kam der Rettungsschwimmer und scheuchte unsere Kinder, die gerade mal bis zu den Knien im Wasser standen, aus dem Atlantik.
Natürlich habe ich sofort nachgefragt, was denn daran so schlimm sei, wenn unsere Kinder hier baden bzw. mehr oder weniger ihre Beine befeuchten würden.
Der Bademeister/Rettungsschwimmer fragte mich darauf, ob wir denn nicht wüssten, dass man außerhalb der abgesperrten Bereiche nicht baden dürfe. Jetzt muss man dazu wissen, dass das Wasser an dieser Stelle sehr flach war und man ziemlich weit hinein laufen und dabei immer noch stehen konnte. Außerdem war der sogenannte abgesperrte Bereich zwar durch ein paar Fahnen an Land gekennzeichnet, aber gerade mal ca. 15 Meter von der Stelle entfernt an der unsere Kinder das hochgefährliche Meer betreten hatten.
Damals habe ich das Wort „Liability“ (sprich Lajabiliti) glaube ich das erste Mal gehört. „Liability“ wird hier in den USA gerne als Ausrede für alles Mögliche verwendet. Übersetzen kann man es ungefähr mit „rechtlicher Verantwortung“.
Es war also in diesem meerwasserhaltigen Kriminal-Fall so, dass die „Liability“ des Strandpersonals nur bis zu den entsprechenden Fahnen durch die Rettungsschwimmer geschützt war. Badete man außerhalb des gekennzeichneten Bereichs und würde ertrinken, was bei knietiefem Wasser gar nicht mal so leicht ist, könnte man die Stadt Rockaway Beach möglicherweise auf Milliarden Dollar Schmerzensgeld verklagen, wenn nicht die ganze Familie gemeinsam in der Seichtigkeit des Seins ertrunken wäre… dann wäre nämlich keiner mehr da, um zu klagen.
Ah ja! So war das also, in Amerika, the Land of the Free… 😉
Die Verantwortung der Eltern auf ihre eigenen Kinder aufzupassen, wurde durch Fahnen, Rettungsschwimmer und Trillerpfeifen ersetzt. Keine Chance darüber auch nur halbwegs ernsthaft zu diskutieren… „Liability, you know!“ hörte ich so oft in dieser Zeit, dass ich irgendwann darauf immer „I really hate this word.“ (Ich hasse dieses Wort!) entgegnete. Das wiederum führte dann zu langen und meistens aber sehr freundlichen Erklärungen, warum und weshalb, wer wen verklagt hatte, weil er seine Katze in der Mikrowelle trocknen wollte.
Noch ein paar schöne Beispiele dazu:
Eines unserer Kinder hatte es doch tatsächlich gewagt, an einem anderen Strand einen Schwimmring zu benutzen. Der trillernde Rettungs-Liability-Badeschwimm-Meister kam angelaufen und klärte uns darüber auf, dass Schwimmringe hier komplett verboten seien. „Wieso denn das?“ Wir wurden daraufhin endlich und erstmalig in unserem Leben in Kenntnis gesetzt, dass Schwimmringe Liability-mäßig als hochgefährlich einzustufen sind.
Schließlich könnte es passieren, dass das Kind beim Spielen, im dort ebenfalls knietiefen Wasser, nach vorne kippen könnte und dann mit dem Kopf unter Wasser im Schlamm stecken bleiben würde. Das wiederum hätte zur Folge, dass das Kind, wenn wir rechtzeitig die strampelnden Füße in der Luft entdeckt und es gerettet hätten, oder die Eltern, wenn das Kind eben doch vom Killer-Schwimmring getötet worden wäre, die Stadt wegen „Liability“ auf die Zahlung von ganz viel oder noch mehr verklagen würden.
Ja, ist schon vollkommen klar – oder?!
Insofern war es mal wieder nur logisch und ziemlich dämlich von uns, dass wir fast genau die gleiche Diskussion am Strand von Sandy Hook erleben mussten, nur dass wir dieses Mal unseren Jungs normale Schwimmärmel angezogen hatten. Dass man damit ebenfalls kopfüber im Matsch stecken bleiben kann, hätten wir uns ja denken können. Die Jungs mussten also die Schwimmärmel ausziehen, obwohl sie noch nicht so gut schwimmen konnten. Außerdem ging es in Sandy Hook relativ steil ins Wasser, aber ohne die komischen Plastikteile am Arm fühlten wir uns natürlich alle sofort viel sicherer. Warum erzählt einem so etwas in Europa eigentlich keiner? Das ist doch wirklich unverantwortlich! 😉
Aber so geht es weiter…
Einmal wollte ich doch tatsächlich eines unserer Kinder (Rafael) am Empfang eines Wohnhauses alleine warten lassen, bis ein Freund von uns mit dem Fahrstuhl nach unten kommen sollte, um es abzuholen. Keine Chance! Ich musste sehr dringend weg und konnte nicht warten, aber ich bekam die Gelegenheit zu bleiben, weil es aus „Liability“-Gründen verboten war, sein Kind in einem gut bewachten Gebäude für fünf Minuten alleine auf einem Stuhl sitzen zu lassen. – Kein Witz!
Die Empfangsdame erklärte mir, dass es ihr strengstens untersagt wäre, die Verantwortung dafür zu übernehmen. Ich versuchte ihr zu erklären, dass sie dafür gar keine Verantwortung tragen würde, weil es ja meine Verantwortung wäre, mein Kind alleine auf einem hochgefährlichen Stuhl in einem hochgefährlichen Gebäude mit der Sicherheit von Fort Knox warten zu lassen. „Nein, das wäre natürlich nicht so!“, da ich sie ja gefragt hätte und sie jetzt die „Liability“ dafür tragen müsse – und genau das dürfte sie eben nicht. Also blieb ich. Zwei Minuten später kam schon unser Freund und holte Rafael dann aus diesem Hochgefährlichkeitsbereich ab.
Jetzt kommt eines meiner Lieblingsbeispiele für diesen Irrsinn.
Kris und ich wollten auf eine DJ-Veranstaltung zum Tanzen gehen. In diesem Fall gab es die Tickets nur auf einer bestimmten Webseite zu kaufen. Eine der lustigsten Emails meines Lebens bekam ich dann ein paar Tage später vom Veranstalter zugesendet.
Diese Email enthielt neben der Wegbeschreibung unter anderem eine Aufzählung der Dinge, die man nicht mit zur Veranstaltung in Brooklyn bringen durfte.
Natürlich gab es auf dieser Liste ein paar Dinge, die auch ich in den USA auf so eine Liste schreiben würde, wie z.B. „NO weapons of any kind“ (Keine Waffen jeder Art). Gut zu wissen, dass nicht jeder einfach seine Kalashnikov (ein russisches Maschinengewehr) mitbringen konnte.
Aber auf dieser Liste befanden sich noch ein paar andere bemerkenswerte Dinge, die ich persönlich wirklich nur ganz selten mit mir herum trage.
Zum Beispiel…
„NO massagers“ – Whaaaaat? – Ich darf also meinen heißgeliebten und unverzichtbaren Dildo oder Massagestab nicht mitbringen? Ja bitte, wie soll ich denn dann drei Stunden Tanzen überstehen?? Ein wenig zusätzliche Stimulation ist doch wirklich wichtig, um den Höhepunkt des Abends so richtig genießen zu können… 😉
„NO pacifiers“ „Was ist denn das schon wieder für ein hochgefährliches Teil?“ dachte ich mir und musste erstmal im Online-Übersetzer nachsehen. Okay, es ist schon ein paar Jahre her, dass ich zu einem DJ-Event im Kindergarten meinen „Schnuller“ mitgebracht habe. Ich lag vor Lachen mehr oder weniger auf dem Boden… was für ein gequirlter Blödsinn!
Bis heute ist mir, ehrlich gesagt, auch kein halbwegs vernünftiger Grund eingefallen, was an einem Schnuller irgendwie auch nur ansatzweise gefährlich sein könnte. Anregungen hierzu dürfen gerne im Kommentarbereich dieser Seite hinterlassen werden.
Okay, ich musste also ohne meinen schon vor vielen Jahren ausgelutschten Schnulli hinaus in die Nacht…
„NO unsealed tampons“ (Keine unversiegelten Tampons) Auf dieses eher weibliche Thema will ich hier jetzt nicht weiter eingehen. Aber ja doch, ist echt so was von gefährlich… 😉
„NO stuffed animals/dolls“ (Keine ausgestopften Tiere/Puppen) Jetzt fing ich schon fast an zu heulen (vor Lachen) als ich das las. Ich durfte meinen ausgestopften Stoff-Elefanten nicht mitbringen? Aber wer würde dann auf mich aufpassen, wenn ich im Dunkeln Angst bekommen sollte?
„NO open fires“ Aber wie brate ich dann meinen Tofu-Burger? Ganz klar ist mir in diesem Zusammenhang leider auch nicht, worin ich denn ein offenes Feuer transportieren könnte?! Sicher liegt das einfach daran, dass wir Europäer nicht genügend Fantasie haben, um uns vorzustellen, wie jemand ein Lagerfeuer in der U-Bahn transportiert und dann durch die Sicherheitskontrolle schmuggelt.
Natürlich befanden sich auf der Intelligenzbestien-Liste auch Dinge wie „illegale Substanzen“ und „illegale Medikamente und Substanzen und Zubehör“. Schon das Wort „illegal“ könnte ja möglicherweise dazu führen, dass dem einen oder anderen nach etwas Nachdenken klar werden dürfte, dass man das vielleicht nicht mitbringen sollte oder dürfte. Illegal – you know! Nix good!
Diese Liste ging aber noch unendlich so weiter. Wenigstens war mein Lachpensum an diesem Tag schon für die gesamte Woche vollkommen aufgebraucht.
Wer schreibt, ganz ernsthaft, solche Listen? Gerne würde ich mal so jemanden kennen lernen! Aber sehr wahrscheinlich handelt es sich dabei um einen völlig humorlosen und spaßbefreiten Anwalt, der gar nicht weiß, wie viel Freude er manchen Menschen mit seinen grenzdebilen Aufzählungen bereitet.
In jedem Fall gingen wir dann ein paar Tage später zum „SENSATION WHITE“-DJ-Event für das es noch eine weitere Regel gab. Mann und Frau mussten vollkommen weiß gekleidet sein und eben die oben genannten Kleinigkeiten NICHT mitbringen. Das hatte ich über Tage hinweg versucht mir zu merken… 😉
Ohne meinen niedlichen Raketenwerfer machten wir uns also auf den Weg und kamen, nach kurzer Fahrzeit mit der Subway, im Barclay Center in Brooklyn an. Die Schlange war noch gar nicht so lang, weil wir mittlerweile lieber „etwas“ früher los gingen, auch wenn das, aus schon in einem vorherigen Kapitel erwähnten Gründen, für Kris nicht immer ganz einfach war.
Dieses Mal mussten wir aber komplett weiß gekleidet sein und da entfiel die lange Phase der komplizierten Grün-Blau-Rot-Schwarz-oder-sonstigen-Farben-oder-was-auch-immer-Entscheidungsfindung. Einfach nur „weiß“! Ach, wie schön…
Weil wir schon so früh dran waren, gingen wir noch eine Kleinigkeit essen und ich schaffte es tatsächlich, Kris davon zu überzeugen, dass das Essen von Pasta mit roter Soße möglicherweise ins ganz schön weiße Auge bzw. Outfit gehen konnte. Also aßen wir nur relativ leicht zu handhabende Pizzastücke in einem Schnellimbiss und stellten uns direkt danach in die weiße Schlange.
Lustig war es schon, wie viele der Besucherinnen, trotz des sehr kalten Wetters fast nichts anhatten. („Ja, wirklich total lustig!“ Kris hat selten so gelacht… 😉 – meinte sie gerade beim Lesen.)
Direkt vor uns war aber erstmal noch ein Pärchen in der Schlange, das mal wieder mit den „Rules“ (Regeln) zu kämpfen hatte. Wie gesagt, es war ziemlich kalt und das Mädchen hatte dummerweise ein paar schwarze Spitzen an ihrem ansonsten weißen und relativ durchsichtigen Oberteil. Nachdem wir ja jetzt schon einige Zeit hier waren, hätte ICH ihr gleich sagen können, dass sie damit niemals, niemals, niemals in „The Land of the Free Rules“ einfach eine Veranstaltung besuchen könnte, die sich weiße Sensation nennt.
Sie versuchte aber mit dem Security-Ordner darüber zu diskutieren, dass man im Dunkeln die paar schwarzen Spitzen doch gar nicht sehen würde. Aber der Ordner war vollkommen unnachgiebig. Weiß ist weiß, weil weiß eben weiß ist… Fünf Minuten ging die Diskussion mindestens. Alle anderen Wartenden machten sich in der Kälte schon ziemlich warme Gedanken, bis dem Ordner die rettende Idee kam, wie er diese sinnhafte 100%-Weiß-Regel kurzfristig umgehen konnte.
Er drehte, mir nichts dir nichts, einfach die weiße Jacke ihres Freundes um und steckte die Arme des Mädels so durch die Jacke, dass der vordere Teil ihrer frevelhaften Bluse davon komplett überdeckt wurde. Jetzt sah sie zwar total dämlich aus, aber sie durfte den komplett gehirn-weißen Veranstaltungsort endlich betreten.
So einfach kann das sein. Man muss eben nur die richtigen Ideen haben! 😉
Kris und ich kamen natürlich problemlos durch die Kontrolle, vergaßen alle Regeln und tanzten die ganze Nacht.
Leider vergaß ich auch die Regel, dass man junge Frauen, die wenig anhaben und halb so alt sind wie ich, nicht anlächeln soll. Das führte dann dazu, dass Kris das weniger lustig fand, das Mädchen an mir herum zerrte und wir aus mir nicht weiter bekannten Gründen, das Gelände relativ fluchtartig verließen… bevor sich Kris doch noch dazu hätte entscheiden können, dieses Problem auf die kroatisch handfeste Methode zu lösen.
Genau genommen waren aber so oder schon fast alle am Gehen… 😉
Speziell für alle Männer… Ich bin auch auf dem Bild oben links!! Insofern kann ich dieses Foto nicht geschossen haben. Das war nämlich Kris (oben rechts)… 😉
Speziell für alle Frauen… Die Frau, die oben links neben mir steht, verkörpert einen Engel und kein Flittchen… 😉
PS: Einer der DJs auf der „SENSATION WHITE“ war übrigens der Mann unsere Nachbarin Doutzen Kroes, einem Victoria’s Secret Model, die ich in einem späteren Kapitel noch am und im Aufzug treffen werde… 😉
PSPS: Viele Amerikaner akzeptieren tatsächlich alle diese Regeln ohne sie auch nur ansatzweise zu hinterfragen. Wahrscheinlich weil sie von klein an darauf getrimmt werden oder liegt das etwa doch an den Chemtrails, die aber bei Europäern nicht so gut zu wirken scheinen? 😉
Ende von Kapitel 15
Xmas in New York City - Kapitel 14- Kapitelübersicht -Hallo New York - Kapitel 16
Fragen jeder Art bitte als Kommentar stellen!
Wolfgang, ich hab mich eben fast weggeschmissen vor Lachen. Herrlich. Was soll man dazu noch sagen – unglaublich, unfassbar, un-ichweissesnicht…. – einfach nur Klasse. Und das eine oder andere Mal war ich doch trotz amerikanischen Passes ein wenig stolz darauf, in Deutschland zu leben. Oder doch nicht???? Keine Ahnung, auf jeden Fall hab ich mich herrlich amüsiert.
Freut mich wirklich sehr, dass Du Spaß hattest, Caro!
ICH HABE GERADE IHREN LUSTIGEN ARTICLE GELESEN HAHA
😉
Wolfgang, ich kann nur sagen einfach brilliant geschrieben!!! Selten so gelacht! Die Beschreibungen mancher Situationen und der Buerokratismus der Amerikaner kann ich sowas von bestaetigen!! Freue mich auf die naechsten Artikel!!!
LG Gruesse aus Mainz
Gaby
Danke, Gaby! 🙂 LG zurück! Wolfgang
Ich lache immer wieder sehr herzhaft ueber Deine Abenteuer in New York. Ueber manche Sachen hier in dem „Land of the Free“ (ha!) kann man manchmal wirklich nur noch den Kopf schuetteln. Bin schon gespannt auf die naechsten Beitraege! Vielen Dank!
Gruesse aus Ft. Lauderdale!
Super, freut mich sehr! Du bist ja nicht sehr weit weg… Grüsse zurück aus Aventura! 🙂
Leider muss ich sagen, dass du viele Amerikaner hier mit vielen New Yorkern verwechselst. Viele Amerikaner koennen nicht verstehen was fuer einige und viele Europaerer so faszinierend an New York ist City
Ich lebe nun schon etwa 40 Jahre in diesem Land, und ich wie auch viele meiner Mitbuerger hier fragen sich warum man sich New York City ueberhaupt antun will!
Wenn wir hier eine anstaendige und interessante grosse Grosstadt ansehen wollen, fahren wir nach Chicago, aber meistens genuegt uns unser St. Paul/Minneapolis, mit ihren etwa 3,8 Millionen Einwohnern, auch von der Zeitschrift Zeit als die heimliche Kulturhauptstadt der USA bezeichnet.
Ich muss sagen, dass dein Buch sehr unterhaltsam geschrieben ist, aber leider seid ihr eben nicht in Amerika gewesen, denn das hat mit NYC Nichts gemeinsam (noch nicht einmal die Sprache wenn man kritisch sein will).
Hi Dietmar,
es ist mir klar, dass viele Amerikaner New York für eine ziemlich durchgedrehte Stadt halten, aber… viele New Yorker halten auch viele Amerikaner für durchgedreht.
Ein paar Beispiele: Die Waffengesetze in New York sind sehr restriktiv und Studenten dürfen keine Waffen in der Uni tragen, wie z.B. jetzt in Texas und anderen Staaten – und in New York leben wahrscheinlich nur sehr wenige der mehr als 50%, die glauben, dass die „Arche Noah“ eine wahre Geschichte ist und dass der Mensch nicht vom Affen abstammt.
Sagen wir es mal so, wie es ist. Amerika ist sehr groß und da gibt es einige Großstädte, aber die gehören trotzdem auch zu den USA, genauso wie Bayern zu Deutschland… 😉 Einiges von dem, was ich in New York erlebt habe, habe ich auch z.B. in Palm Springs, LA, Santa Monica, Miami, Chicago oder Washington gesehen bzw. erlebt. Nicht alles in der gleichen Intensität, aber regelverliebt sind die Amerikaner definitiv deutlich mehr als die meisten Deutschen…
Also ich war immer nur im winter in NYC und hoff es diesmal zu schaffen das die Dienstreisse meines Gõttergatten in einer wärmeren jahreszeit ist. Und ja Miami ist auch toll, aber die zeit in NYC war bestimmt interesant ,auch wenn „nie wieder New York “ hoehrt man doch raus das jeder der Familie auf eine oder andere art spass hatte und es sind erinnerungen die man doch nicht vermissen wollte ,oder lieg ich da falsch? Ich find das man in den story’s doch lesen kann das ihr die zeit mit humor und tollen ,wenn auch komisch toll aber die erinnerungen bleiben euch und ihr scheint immer das beste aus allem gemacht zu haben egal wie doof die Rules and regulations auch sind
Also ich hab. Laut genug gelacht das Mann und kind ins Zimmer gerannt sind , die beschreibung von den RULES am strand musste ich 3 mal vorlesen und mein Mann hat gemeint das es fuer ihn als Amerikaner schwer war die regeln nach 10 jahren Europa hier wieder zu verstehn. Er meinte auch das die leute hier fuer den rest der welt sehr dumm aussehn muessen da auf den waschmaschienen und trocknern WIRKLICH drauf steht Don’t put children or animals in washer/dryer Und die meisten unserer Freunde wissen das man die kinder/tiere in der badewanne baden soll !
Hallo Tina, ich weiss nicht, von welchen Waschmaschinen/Trocknern du sprichst. Jede Maschine, die ich bisher gekauft habe, bzw. fuer den Kauf angeschaut habe, hatte diese Warnung nicht dabei. Es kann sein, dass sie an den Maschinen im Waschsalon zu finden sind, das weiss ich nicht, da ich noch nie in einem solchen gewesen bin.
Aber da ich beruflich mit Regeln zu tun hatte (Regulatory Compliance), kann ich dir versichern, dass das versicherungstechnische Gruende hat. Den Kundenkreis im Waschsalon kann ja der Betreiber nicht bestimmen, also weiss er auch nicht, ob da nicht mal total ausgeflippte Menschen hin gehen, die eventuell unmoegliche Sachen mit den Maschinen machen. Wenn da aber nicht gewarnt wird, hat eine solche Person die Chance, den Betreiber vor Gericht zu belangen. Da in den USA anglikanisches Recht, also Case Law gilt (es also weder ein Buergerliches- noch ein Strafgesetzbuch gibt, sondern jeder Fall neu beurteilt werden muss), und jedes Gericht eine Jury hat, die findet, ob Recht oder Unrecht vorlag, kann eine solche Warnung schon ab und an eine Verurteilung wegen Fahrlaessigkeit verhindern. Deswegen verlangen Versicherungen alle moegliche Warnungen und Hinweise (hier kann man etwas darueber lesen: http://www.appliedsafety.com/publications-and-research/role-of-warnings-in-industrial-accident-prevention/).
Es kann ja sein, dass dein Mann auch nicht wusste, was hinter all den Warnungen steckt.
Da meine Frau, eine Amerikanerin, auch nie etwas damit zu tun hatte, fand sie all diese Warnungen auch merkwuerdig, als wir nach 7 Jahren aus Deutschland zurueck in die USA zogen, denn damals, als sie noch in den USA lebte, gab es auch noch nicht so viele Warnungen, diese sind erst durch gerichtliche Entscheidungen ueber die Jahre den Herstellern/Betreibern aufgezwungen worden.
Ja ich meint nartuerlich die Maschienen im laundry room , da wir bei jedem umzug halt manchmal bis zu 3 wochen im hotel waren musste ich mit zwei kleinen kinder ,dir ich aber schon im zimmer gebadet hatte, war ich dann doch ein paar mal dort zum wäsche waschen .Und mir ist schon klar warum die warnungen überall drauf sind, aber lachen muss man trozdem da man weiss das wenn eine besonderst dumme warnung da steht dann hat es schon mal jemand versucht und hat im land der lawsuits gewonnen lol.
Das hier soviel geklagt wird, ist halt auf dem Case Law und den Jury Gerichten basiert. In Jeder Jury sitzen immer ein paar Geschworene, die einen Prozess als „Pay Back Time“ ansehen, weil sie schon mal ein aehnliches Erlebnis hatten, und sich dabei uebers Ohr gehauen fuehlten. Und nun haben sie die Chance, es den XXX endlich heimzahlen zu koennen (daher auch oft die hohen Punitiv Damages, die immer von der Jury festgesetzt werden). Wenn dann Anwaelte, die auf Erfolgshonorar-Basis arbeiten, wissen welchen Richter man aussuche muss, um eine Gewinnchance zu haben, da durch das Case Law ja jeder Richter jeden Fall neu betrachten kann, wird dann halt geklagt, bis sich die Balken biegen. Und solche Aufkleber werden dann von den Versicherungen erzwungen, weil diese vor allzu bloeden Faellen (wie etwa die Katze im Trockner, usw.) etwas Schutz bieten.
Wenn man aus Deutschland mit den schoen regelden Gesetzbuechern kommt, sind solche Sachen wirklich verwunderlich. Ich habe vor meinem US Umzug fuer eine Weile in England gelebt, und dort gibt e aehnliche, verwunderliche Urteile, die aber nicht so dramatisch erscheinen, weil es dort die Jury Gerichte nicht gibt, und man auch diese Puntiv Damages nicht kennt, also nicht die zusaetzlichen Strafen, die oft in Millionen-Hoehe sind.
Hi Dietmar, auch wenn es natürlich Gründe dafür gibt, kann das so nicht weiter gehen. Man kann nicht alles im Leben im Voraus regeln und absichern. Außerdem fangen die Menschen in überregulierten Bereichen irgendwann an die Regeln komplett zu ignorieren. Ein schönes Beispiel dafür erlebt jeder, der schon mal in den USA mit dem Auto gefahren ist… Rechts überholen ist hier nämlich genauso verboten, wie in Deutschland, aber absolut niemand hält sich mehr daran. Selbst wenn Polizei in der Nähe ist, kann man einfach rechts überholen und selbst die Polizei macht es genau so… oder… in Miami hängen überall Schilder mit Strafen für’s Texten beim Autofahren. Trotzdem macht es fast jeder…Ich natürlich nicht! 😉 In spätestens ein paar Jahren wird sich die amerikanische Gesellschaft was neues einfallen lassen müssen, weil es so nicht weiter gehen wird, wenn schon ein Eimer voll mit Tennisbällen zum gefährlichen Gegenstand wird… 😉
Das beste beispiel ist für mich immer der HOT COFFEE ! Man nehme heissen kaffee klempt den zwischen die beine fährt los der becher fällt um und schon ist man dank des nicht lauwarmen sondern HEISSEN kaffee milionär !!!!!
Aber auch da hat natuerlich die Presse wieder mal viel draus gemacht. Urspruenglich hatte die Jury $2.7 million in Punitive Damages fest gelegt, aber der Richter hat die dann auf $640,000 reduziert, und danach haben sich die Parteien ueber diese Summe in einem Vergleich geeinigt, wobei die Summe natuerlich wieder verringert wurde.
Darueber hat die Presse dann nicht mehr berichtet, weil das ja dann eventuell eine recht normale Summe war (die Frau war 8 Tage im Krankenhaus, und musste Hauttransplantationen haben), die sich nicht mehr als Sensation verkaufen liess!
https://en.wikipedia.org/wiki/Liebeck_v._McDonald's_Restaurants
Ich bin mehrmals vor Richtern als Expert Witness (also Sachverstaendiger) aufgetreten, und habe mich schon manches mal gewundert, was Rechtsanwaelte und Presse mit meiner Aussage machten!
Also da wir zu der zeit in Italien gelebt haben und es immer als beispiel genommen wurde als wir 1998 nach Amerika zurueck sind nehm ich das nartuerlich zurueck da es wohl doch nicht das beste beispiel ist. Und wieder was dazu gelernt.
Freut mich sehr, dass Du Spaß beim Lesen hattest. – Zum Thema Warnhinweise: Ich habe vor ein paar Monaten einen Eimer voller Tennisbälle gekauft – und auf dem Eimer, war ein Warnhinweis, dass der gefährlich sei und darin kleine Kinder ertrinken könnten. Wenn man nach „warning on tennis bucket“ googelt, findet man ein Bild davon … Das ist auch wieder so ein Beispiel, dass da was schief läuft. Man stelle sich nur vor, was man mit einem Eimer noch alles tun kann, was gefährlich sein könnte… wahrscheinlich muss man demnächst beim Kauf eines Eimers unterschreiben, dass man darin niemals kleine Terroristen verstecken wird oder darüber nachdenken wird es zu tun oder ihn niemals jemand zur Verfügung stellen wird, der schon mal mit einem Menschen aus dem Iran/Irak/Afrika/Asien/Europa oder Paris zu tun hatte… 😉 Crazy new world!
Hallo Wolfgang , also erstmal , ja ich freu mich wie ein(ne) Schneekönig(ing) wenn ein neues kapital raus kommt . Aber mal eine frage an dich , also nartürlich ist dein buch 5 Euro wert ñi,aber da da unter allen beiträgen immer noch steht das wir auch weiter hin das Buch umsonst lesen koennen wollte ich auf nummer sicher gehn das die seite zu der ich weiter geleitet werde um 5 Euro zu bezahlen auch echt ist !?
Hallo Tina, Ich freu‘ mich auch, wenn Du Dich freust! Ganz ehrlich! Wenn Du Dich in den Email-Verteiler einträgst, kannst Du das Buch auch weiterhin kostenlos lesen. Irgendwann werde ich aber die Möglichkeit sich einzutragen, abschalten. Dann kostet es für alle neuen Leser 5 Euro. Du kannst also aktuell frei wählen, ob Du kostenlos lesen möchtest oder lieber 5 Euro bezahlen… 😉 Ich will Dir da aber keinerlei moralischen Druck machen! LG Wolfgang
Total verständlich ☺. Ich hab mich auch schon vor einiger zeit eingetragen. Aber wenn dein buch fertig ist wollte ich es meiner mutter kaufen ☺ Dacsie noch nie in New York war und auch die Frank Senatra vorstellung hat .
Auch wenn es nicht so toll war finde ich es doch klasse was ihr macht. Ueberhaupt die erlebnisse von deinen Kindern ! Wir waren jeh drei jahre in Deutschland belgien und Italian , erinnerungen die uns keiner nehmen kann ,aber da gehöhrt auch eine super ehefrau dazu die das alles mit macht und da hast du ja auch glück gehabt ☺
Dann muss ich das Buch aber jetzt mal dringend fertig machen für Deine Mutter! 😉 Deutschland, Belgien und Italien hört sich ja auch spannend an! Ich geb‘ Dir vollkommen Recht, auch wenn ich so meinen „Schabernack“ mit Kris im Buch treibe, ohne sie wäre das alles wirklich gar nicht möglich (gewesen)!
Hallo Wolfgang,
habe mich grad beim Lesen köstlich amüsiert! Das mit den Schwimmflügeln ist uns im letzten Urlaub auch aufgefallen.
Wir waren wie jedes Weihnachten in Sunny Isles und es gab wirklich kein einziges kleines Kind am Strand mit Schwimmflügeln!? Todesmutig rannten auch die Kleinsten in die Wellen… unglaublich!
In Deutschland unvorstellbar!
Nur ganz vereinzelt waren Kids mit so einer Rundum-Schwimmweste-Hose „abgesichert“ ;-); wir haben schon vermutet daß die Flügel aus irgendeinem mysteriösem Grund verboten sind……
Hallo Ulla,
Ja, das ist schon lustig hier, wenn man es als Europäer erlebt. Man merkt einfach, dass viele dieser Regeln irgendwie komplett sinnlos sind.
Einem wirklich extremen Beispiel widme ich später noch ein ganzes Kapitel.
Damit bin ich dann als Karlsruher New Yorker sogar in den deutschen Tagesthemen gelandet… 😉
LG
Wolfgang