Eine Familie im Großstadtdschungel

North Cove Marina

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Kapitel 32

Da dieses Buch ja zuerst online erschienen ist, wurde ich schon während des Schreibens immer wieder gefragt, wie sich denn unsere Familie zu dieser Zeit gefühlt habe. Diesem Gefühlsleben einer ziemlich lebendigen Familie, wie der unseren, will ich mich deshalb in diesem Kapitel widmen.

Schon wenn man nur anfängt darüber nachzudenken, fällt einem auf, dass man eigentlich das Wesen der Stadt New York auf sich selbst projiziert. Die Stadt ist das Gemälde und beim Betrachten des sich sekündlich ändernden Gemäldes verändern sich auch die guten und schlechten Gefühle, die der Betrachter dabei hat.

Ich will jetzt aber mal nicht über die unendlich vielen kulturellen Dinge und sportlichen Veranstaltungen berichten, obwohl das Kapitel in meiner Vorstellung schon genauso angefangen hatte. Viel interessanter um zu verstehen, wie man sich in so einer Umgebung fühlt, sind die kleinen Dinge des täglichen Lebens.

Sicherlich ist es auch nicht so wahnsinnig interessant, wie Kris beispielsweise den Müll raus gebracht hat, obwohl das in New York auch ganz anders ist, als in Karlsruhe. Jedes normale Gebäude in NYC hat nämlich einen Müllschlucker, mindestens auf dem entsprechenden Stockwerk oder sogar in der Wohnung. D.h. man muss keine weiten Wege gehen, um sich dem ganzen Abfall der Wegwerfgesellschaft zu entledigen, was (leider) ganz schön praktisch ist und garantiert nicht zur Verringerung der amerikanischen (oder auch weltweiten) Wegwerfmentalität beiträgt. In diesen praktischen „Trash Room“ kann man ebenso größere Dinge stellen, die dann vom Hauspersonal abgeholt und entsorgt werden. Papier, Plastik und Batterien wurden bei uns im Gebäude getrennt behandelt, was mir immerhin ein halbwegs angenehmes Gefühl im Hinblick auf die Rettung der Menschheit gab… Jetzt habe ich ja doch über den Müll geschrieben!? 😉

An und auf unserem Gebäude gab es außerdem Sonnenkollektoren, die wenigstens einen kleinen Teil des Energiebedarfs unseres ehrenwerten Hauses deckten. Deshalb war es auch eines der Green Buildings (umweltfreundlichen Gebäude) und angeblich unter anderem wegen dieser Umweltfreundlichkeit war auch Leo (DiCaprio) hier eingezogen. Vielleicht war es aber auch nur die schöne Aussicht auf den Hudson?!

Green Building Riverhouse
Die Energieausbeute war nicht immer gut…

Aber ich wollte ja eigentlich über unsere Gefühle schreiben… Toll fanden wir in jedem Fall alle, wie freundlich und höflich viele New Yorker sind. Gerade in Battery Park City hat man eigentlich (und uneigentlich auch) täglich mit besonders höflichen, freundlichen, lustigen und gesprächsbereiten Menschen zu tun. Das ist definitiv anders als in Deutschland, was nicht heißt, dass in Deutschland alle Menschen unfreundlich sind, aber in New York kann es einem eben passieren, dass einem ein (schätzungsweise) Fünfjähriger die Tür aufhält und wirklich wartet bis man durchgegangen ist, um auf unser freundlich überraschtes „Thank you!“ genau so freundlich und lächelnd „You are welcome!“ zu erwidern.

Innerhalb der Vereinigten Staaten hört man jedoch seltsamerweise oft, dass die New Yorker ja alle sehr unfreundlich seien. Es fällt einem wirklich schwer das nachzuvollziehen, wenn man dort lebt oder gelebt hat.
Klar, geht es in reinen Touristengebieten in New York tatsächlich weniger freundlich zu, was aber garantiert mit dem Dauerstress begründet werden kann, dem man dort ausgesetzt ist.

Kauft man beispielsweise bei „Century 21“ ein, einem sehr großen Geschäft für günstige Marken-Auslaufware, kann man die Touristen von den Einheimischen ganz leicht dadurch unterscheiden, dass die Einheimischen „Excuse me!“ sagen, wenn sie einem versehentlich den Weg versperren und die Touristen sich ohne ein nettes Wort an einem vorbei drängeln und dann durch den halben Laden „Du, Erna, guck dir mol des oa!“ rufen… 😉 Auch die Verkäuferinnen im „Century21 – Downtown“ sind weit weniger freundlich als in anderen Geschäften in dieser Gegend, weil sie natürlich tagein, tagaus in diesem von Touristen hart umkämpften Billigwaren-Umfeld arbeiten müssen.

Ein positives Arbeitsklima färbt eben genauso ab, wie ein negatives. Dort wo – wir – uns tagsüber hauptsächlich bewegten, waren die Menschen jedoch in der Regel so freundlich, dass jeder von uns die empfangene Freundlichkeit genau so gern wieder zurück gab. Damit hier keine Missverständnisse entstehen, ich meine nicht die (wahrscheinlich) aufgesetzte Freundlichkeit eines Verkäufers in einem Armani-Shop, der ganz unbedingt seine teuren Anzüge an den Mann bringen will oder muss, sondern die echte, mit keinerlei materiellem Vorteil verbundene Freundlichkeit wildfremden Menschen auf der Straße einen schönen Tag zu wünschen.

Das positive Gefühl, das durch diese kleinen Freundlichkeiten entsteht, kann man nur am eigenen Leib erleben und wahrscheinlich schlecht in Buchform transportieren.

Wenn ich in Deutschland davon erzählte, bekam ich immer zu hören, dass das ja keine echte Freundlichkeit sei, sondern nur so eine oberflächliche Freundlichkeit der Amerikaner, die auf „How are you?“ (Wie geht’s Dir?“), gar keine Antwort sondern nur ein „Good!“ erwarten.

Aber auch die „How are you?“-Floskel findet man irgendwann, wenn man sich erstmal daran gewöhnt hat, immer noch besser wie schweigend gemeinsam im Aufzug zu stehen, obwohl man sich jeden Tag dort trifft. Es ist einfach eine nette, aber nicht tiefer gehende Geste, so wie wenn einen in Deutschland der Busfahrer anlächelt, was selten genug vorkommt.

Insgesamt, bin ich der felsenfesten Überzeugung, wirkte sich dieser freundliche und positive Umgang auch auf unser Familienzusammenleben sehr angenehm aus. Natürlich nicht, wenn Quentin gerade mal wieder Rafael nachäffte und dieser dann in seiner Verzweiflung keine verbale Entgegnung, dafür aber handfeste Argumente einsetzte… Dafür hatte ich dann immer den Standardspruch „Sind halt Jungs!“ parat, wenn Kris sich (mal wieder) darüber ärgerte, warum die Geschwisterliebe zwischen den beiden nicht etwas friedlicher und freundlicher verlaufen konnte.

Anjella fühlte sich in ihrer Schule genauso wohl wie die Jungs. Nette Lehrer und nette Schulfreundinnen sowie eine BFF trugen dazu erheblich bei. Wie schon mal erwähnt, die Amerikaner haben den Aküfi (Abkürzungsfimmel). BFF bedeutet „Best Friends Forever“.

Anjella mit ihren Freundinnen
Anjella (2 v.r.) mit ihren Freundinnen (BFF Caitlyn im roten Kleid)

Vom normalen New Yorker Alltag lebt man in Battery Park City glücklicherweise etwas abgeschottet, obwohl es sich auch auf Manhattan befindet. Das bemerkte man immer dann so richtig, wenn man auf dem Weg zur Subway durch Tribeca lief. Mit dem Überschreiten des West-Highways betrat man sozusagen ein anderes, deutlich hektischeres Universum. Trotzdem gab es auch dort viele Dinge, die unser Leben angenehm machten, wie z.B. den Whole Foods Supermarkt oder unzählige leckere Restaurants.

Whole Foods hat eine schier unendliche Auswahl an „organic“ (biologischen) Lebensmitteln. Von französischem Käse bis zu japanischem Fisch oder Steinpilzen vom Mond gibt es dort alles… aber eben leider auch wieder zu noch höheren marsianischen Preisen… 😉

Jimmy Fallon, ein bekannter „Late Night Show“ Moderator, hat einmal, als ein Whole Foods in New York überfallen und Fünfzigtausend Dollar in Cash gestohlen wurden, den Witz gemacht… „Kein Problem für Whole Foods! Sie haben einfach einen Apfel mehr verkauft!“. 😉

Besonders Kris liebte „Seamless“, einen Bestellservice für praktisch jedes Restaurant in New York. D.h. was auch immer man gerade essen wollte, konnte man bei „Seamless“ per App oder im Internet ganz schnell und einfach bestellen. Manchmal stiegen wir aus der Subway und bestellten – immer noch unterwegs – mit ein paar Fingerklicks per Handy App. Bis wir zu Hause ankamen, war das leckere Essen schon da… Das ist wirklich ziemlich praktisch und befreit von der Last immer was Tolles für eine Familie, mit unterschiedlichsten Essenswünschen, auf den Tisch zaubern zu müssen. Kein Wunder schwärmt Kris noch heute davon…

Was wir auch liebten, war unser Mittagessen am Hudson River. Die Kinder waren in der Schule und wir gingen um die Mittagszeit zu den sehr beliebten Food Trucks, die fast direkt vor unserer Haustür parkten und bestellten Leckereien aus aller Welt. Ja, auch vegetarische! Dann setzten wir uns auf eine der Bänke direkt am Hafen (North Cove Marina) oder am Hudson und genossen unser Mittagessen bei dem vielen Sonnenschein, den es in New York tatsächlich gibt. Von den Winterstürmen, also dann wenn’s irgendwie schneit…, mal abgesehen.

Am Hafen gab es auch immer sehr viel zu sehen. Zum Beispiel wurde hier der „Wolf of Wall Street“ mit Leo gedreht, der um zur „Arbeit“ zu gehen gerade mal 2 Minuten zu Fuss benötigte – und wahrscheinlich schon deshalb liebend gerne dem Drehbuch zugestimmt hatte. „Wegen des Geldes“ macht er’s ja wahrscheinlich schon lange nicht mehr.

Genau hier und auch im Rockefeller-Park vor dem Haus fanden sehr viele kostenlose Ausstellungen und Konzerte statt, die natürlich zusätzlich den kommerziellen Zweck verfolgten Kunden ins Einkaufscenter zu locken. Trotzdem war es immer ein tolles Erlebnis, wenn man in einer warmen Sommernacht beispielsweise den „Gipsy Kings“ in einer sehr entspannten und wirklich nicht überfüllten Umgebung am Hafen lauschte – und dafür keinen einzigen Pfennig oder auch Cent bezahlen musste.

Quentin und Rafael liebten ganz ohne Frage ihre Schule und das American Museum of Natural History, das beeindruckendste Naturkundemuseum, das man sich nur vorstellen kann. Ohne jede Übertreibung würde sich schon deshalb ein Besuch in New York lohnen.

American Museum of Natural History
American Museum of Natural History – ganz unten… Kris plus Kinder

Auch den Schulweg am Hudson entlang, liebten wir alle, immerhin 15 (bis 20 rafaelsche) Minuten zu Fuß, der aber nie langweilig wurde. Quentin und Rafael spielten außerdem zusammen in der Downtown Soccer League und hatten im wahrsten Sinne des Wortes viele gute und sehr nette Freunde aus der ganzen Welt.

In New York gibt es in keinem Fall irgendein Problem mit Hautfarben oder anderen Unterscheidungsmerkmalen. Die gesamte Bevölkerung ist so gemischt und unterschiedlich wie sie nur sein kann. Schon deshalb fühlt man sich gar nicht als Ausländer, weil irgendwie alle mal welche waren.

Ich erinnere mich noch gut an meine ersten englischen Telefonate in New York. Am Anfang suchte ich mir noch passende Wörter aus dem Wörterbuch zusammen, um dann sehr oft festzustellen, dass der Angerufene gerade in einem indischen Callcenter saß und noch viel lustigeres Englisch als ich sprach. Sogar bei „American Express“ war mir das mehrmals passiert, worauf ich dann Amex vorschlagen wollte sich in „Indian Express“ umzubenennen… 😉

Kris und ich befreundeten uns schon nach recht kurzer Zeit mit einigen sehr netten Menschen, mit denen wir viel Spaß hatten und uns sehr wohl fühlten, wenn wir gemeinsam die Stadt unsicher machten.

Okay, die Frauen gingen natürlich (leider) auch sehr gerne zusammen sündhaft teuer Shoppen, wie man auf dem nachfolgenden Bild mit dem „Sex and the City“-Star Sarah Jessica Parker sehen kann. „Carrie“ verkaufte dort selbst designte Schuhe und stand sogar bei der Eröffnung für ein Foto zur Verfügung. Im Endeffekt natürlich ein tolles Erlebnis für die Frauen und gleichzeitig kein wirklich tolles Vergnügen für die Männer, die das Geld (zumindest in unserem Fall) für die teuren Schuhe verdienen mussten, die Kris ja schon immerhin einmal in drei Jahren (zu Hause) getragen hat… 😉

Kris, Yvonne und Sarah Jessica Parker
Sex & the City

Sagen wir es so, die zwischenmenschliche Seite machte das Leben in New York wirklich angenehm. Zum einen weil man einfach, wie damals in der Dä-Dä-eR, in der Not zusammen hält und die Menschen, die in New York leben und arbeiten, zum anderen sehr weltoffen sind. Das deutsche Spießbürgertum, in Form unserer um die Heckenhöhe kämpfenden Nachbarn in Karlsruhe, vermissten wir in New York ganz und gar kein bisschen… 😉

Ich habe vor einiger Zeit mal einen Artikel im deutschen „Spiegel“ darüber gelesen, dass man sich dort am wohlsten fühlt, wo die Menschen ähnliche Interessen, Vorlieben und ein vergleichbares Bildungsniveau haben. Das soll jetzt aber bitte in gar keinem Fall elitär klingen. Mir ist ein menschenfreundlicher „Arbeiter“ tausend mal lieber als ein geldgeiler Manager, der nur seinen eigenen Vorteil im Kopf hat. Das gilt natürlich auch anders herum… 😉 Das schlimmste amerikanische Beispiel für den zweiten Fall heißt Donald mit Vornamen und hält sich für den amerikanischen Präsidenten…

Sogar Sheila, unser süßes Kätzchen, die ja schon in Pforzheim, Karlsruhe und Barcelona gelebt hatte, fand die Aussicht aus unserer Wohnung so spannend, dass sie sehr oft am Fenster saß und beobachtete, was die vielen kleinen Menschenameisen, Hubschrauber und Boote da so machten. Tatsächlich fühlte sie sich vom ersten Moment an wohl in der Wohnung und stolzierte mit hoch erhobenem Fellschwanz durch ihr neues Reich, wahrscheinlich um zu zeigen, dass sie mit unserer Wahl durchaus zufrieden war… 😉

Sheila - unsere süße Katze
Sheila – unsere süße Katze

Trotz alldem – der ganz normale lästige Alltag, den wir alle, egal wo wir zu Hause sind und was wir so tun, täglich erleben, ist auch in New York nicht komplett anders als in Karlsruhe.

Muss man z.B. der Citibank erklären, dass die Mitarbeiterin beim Anlegen des Kontos einen Fehler gemacht hat, ist das ähnlich zeitaufwändig oder sogar noch schlimmer als in Deutschland. Unter anderem wollte mich die Citibank mehrfach dazu zwingen ein Formular zu unterschreiben, in dem ich bestätigen hätte sollen, dass wir immer noch in Deutschland leben. Sie wollten mir sogar das Konto komplett sperren, wenn ich meine Unterschrift weiterhin verweigern würde. Emails, Anrufe und die Unterstützung meines Steuerberaters halfen dabei nichts. Zum Schluss habe ich einfach das Formular handschriftlich so abgeändert, dass es der Wahrheit entsprach.

„Amüsant“ war auch eine Geschichte, die ich mit Ikea New York erlebt habe.

IKEA in Brooklyn
Der IKEA in Brooklyn, den man mit dem (kostenlosen) Boot besuchen kann

Wir hatten dort einen schönen, aber preisgünstigen, Schreibtisch gekauft, der beim Auspacken eine abgebrochene Ecke hatte, obwohl die Verpackung von außen in Ordnung war. Telefonisch bestelle ich einen zweiten und brachte den ersten selbst wieder in die Filiale zurück. Als der zweite geliefert wurde, hatte der ebenfalls eine abgebrochen Ecke. Das war natürlich ärgerlich, aber noch ärgerlicher wurde es, als ich versuchte, diesen zweiten Schreibtisch von IKEA abholen und gegen einen Neuen austauschen zu lassen.

Ich verbrachte Stunden am Telefon, weil die Mitarbeiter offensichtlich damit überfordert waren, dass ich den gleichen Schreibtisch schon vorher gekauft und wieder zurückgebracht hatte. Die logische Schlussfolgerung daraus schien zu sein, dass der Vorgang zu meiner vollsten Zufriedenheit abgeschlossen war. Bei jedem Anruf erklärte ich wieder den kompletten Vorgang und mir wurde jedes Mal ein neuer Schreibtisch und die Abholung des kaputten versprochen – kurz danach bekam ich aber ebenso jedes Mal eine Email, dass der Vorgang abgeschlossen sei. Aber dummerweise ohne die Lieferung eines neuen Schreibtischs und der kaputte wurde natürlich auch nicht abgeholt…

Zig mal rief ich an und erklärte, dass anscheinend immer wieder irgendwer meinen Vorgang auf „erledigt“ setzen würde, nur weil ich den ersten Schreibtisch selbst wieder in die Filiale zurück gebracht hatte. Ich wollte aber nicht erneut ein Auto dafür mieten und mich auf den Weg nach Brooklyn machen, um mich dann dort in die lange Menschenameisenschlange für die Rückgabe zu stellen.

Außerdem wurde mir ja bei jedem Telefonat versprochen, dass das alles gar kein Problem sei. Sogar ein Liefer- und Abholdatum wurde mir jedes Mal genannt. Ich wartete dann zu Hause für mehrere Stunden und niemand kam.
Diese imaginäre Anlieferung passierte drei Mal bis mir der Kragen und alles andere platzte. Wieder mal ein deutliches Zeichen für die bevorstehende Explosion der Sonne und den Untergang des Abendlands… 😉

Beim letzten und entscheidenden Versuch ließ ich mich, ziemlich zitronensauer, so lange nicht abwimmeln bis ich jemand offensichtlich kompetentes an der Leitung hatte. Ich erklärte die ganze Geschichte von ganz vorne bis ins kleinste Detail und hatte das Gefühl auf echte, möglicherweise außerirdische, Intelligenz am anderen Ende der Leitung gestoßen zu sein… 😉

Mein Gesprächspartner verstand tatsächlich die Situation und ließ mich wissen, dass er mich jetzt wegdrücken würde und ich bis zu 30 Minuten in der Leitung warten solle, auch wenn er sich zwischenzeitlich nicht melden würde. Er müsse diverse Abteilungen auf dem Mars, dem Pluto und dem Jupiter anrufen, um dieses extrem verzwickte interplanetare Problem zu lösen – und das könne logischerweise Lichtjahre dauern.

Tatsächlich legte ich den Hörer neben mich und wartete volle 30 Minuten. Mein Glaube, dass der Mensch jemals auf dem Mond geflogen sein konnte, tendierte erneut gegen Null. Wie sollten wir superdoofen Wesen auf den Mond fliegen, wenn wir es noch nicht einmal schafften einen irdischen Schreibtisch auszutauschen?

Eigentlich wollte ich gerade enttäuscht und wütend auflegen, als ich plötzlich die Stimme der Intelligenz am anderen Ende der Leitung vernahm. Augenblicklich durchströmte mich eine unendliche Raum-Zeit-Kontinuum verändernde Menge an Glückshormonen. Er hatte tatsächlich Wort gehalten und versprach mir eine Anlieferung, sogar mit fixer terrestrischer Uhrzeit!!!
Fast unglaublich, aber wahr. Ich bekam meinen Schreibtisch ohne angebrochene Ecke und glaubte augenblicklich wieder daran, dass wir Menschen irgendwann sogar zum Mars fliegen werden… 😉

Aber warum erzähle ich diese furchtbar langweilige Geschichte? Ganz einfach. So etwas kann einem überall passieren – und es ist nicht besser, wenn es in New York passiert. Dort ist Zeit nämlich wirklich Geld und ein IKEA-Schreibtisch, der einem die ganze Zeit weg frisst, die man eigentlich zum Arbeiten oder Spaß haben verwenden sollte, kostet einen mehr Nerven, graue Haare, Lebensjahre und nicht erledigte Arbeit, als in irgendeiner gemütlichen deutschen Stadt. Außerdem sind wir Deutschen ja so oder so viel besser organisiert… zumindest war das noch so, als wir unser geliebtes, wunderschönes, gepflegtes, sauberes und ordentliches Deutschland, das Land der Dichter und Denker, verlassen haben…

Aber noch waren wir ja in New York… und New York kann eine wirklich schöne und spannende Stadt sein, wenn man bei schönem Wetter nach unten auf die Straße ging und alle sonstigen Probleme in den Hintergrund schob.

Leider ist das nicht immer so einfach!

Vor dem Haus bei schönem Wetter
Vor dem Haus bei schönem Wetter

PS: Natürlich könnte ich noch viel mehr zum Alltag zu erzählen, aber das ist einfach oft nicht so spannend… deshalb, BFBF! – eine Abkürzung, die ich mal in meiner Firma erfunden hatte = bei Fragen, bitte fragen! 😉 Ich war anscheinend schon immer ein halber Amerikaner… 😉

Ende von Kapitel 32


Naked in New York with Victoria - Kapitel 31- Kapitelübersicht -Die lüsterne Nachbarin... - Kapitel 33


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2 Kommentar

  1. Also ich entschuldige mich jetzt schon fuer tipp oder schreibfehler ! Wir wisssen jetzt warum “ nie wieder new York “ ,aber ihr seid ja nach Miami gezogen und da noch kein “ nie wieder Miami “ buch zur werbung steht nehm ich an es gefaellt euch dort. Was vermisst ihr aus dem guten alten Deutschland ?

    • Haha… das nächste Buch heißt „Welcome to Miami!“ und ja, es gefällt uns dort, aber auch über Miami habe ich ’ne Menge zu berichten… 😉 Es gibt mittlerweile einiges, was wir vermissen, aber wir wissen jetzt wenigstens, dass es einen wirklichen idealen Ort, der nur Positives zu bieten hat, ganz sicher nicht gibt… 😉 Trotzdem gefällt es uns gut in Miami… von ein paar Kleinigkeiten mal abgesehen, die ich dann im nächsten Buch beschreibe. Aber erstmal mache ich das hier noch fertig. Ein paar Kapitel kommen noch… 😉

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