Naked in New York with Victoria

Angela Martini

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Kapitel 31

Victoria hatte ich schon in „Sex, Drugs and Rock ’n’ Roll – Teil 2“ erwähnt. Bei ihr hatten wir diese Vodka-schwangere Party mit vielen betrunkenen russischen Models gefeiert.

Insofern ist es sicher nicht weiter verwunderlich, dass sie mich eines Tages kontaktierte und fragte, ob ich bei einem „besonderen“ Photo Shoot mit dabei sein möchte. Sie wolle nämlich mit einem Model, das in ihrem Heimatland Albanien als A-Promi gehandelt wird, durch New York ziehen und es mehr oder weniger nackt ablichten! (Aus rein grammatikalischen Gründen musste hier das sächliche „es“ verwendet werden;-) )

Leider musste ich aufgrund meiner katholischen Erziehung ablehnen und ging direkt danach für zwei Jahre ins Kloster… 😉

Sagen wir’s so, das wäre möglicherweise passiert, wenn mir der Pfarrer, in meinem Heimatort bei der Probe für die heilige Kommunion damals, KEINE richtig heftige Ohrfeige gegeben hätte, nur weil ich darüber lachen musste, dass alle meine Freunde so komisch ihre Zunge heraus streckten, um eine imaginäre Hostie zu empfangen. Nachdem ich durch die ausgeübte physische Gewalt rückwärts die Treppen zum Altar hinunter gekullert war, hatte sich mein Glaube in die Nächstenliebe der römisch-katholischen Kirche schlag-artig, man beachte das Wortspiel…, verflüchtigt. Ich dachte mir, wenn der Pfarrer so etwas Ungerechtes tun konnte, ohne augenblicklich vom Blitz getroffen zu werden, könnte ich ja vielleicht doch ein wenig un-katholischen Spaß in meinem Leben haben und irgendwann mit nackten Models durch New York ziehen.

Victoria wusste nicht so genau, ob das alles legal sei oder doch zu ernsteren Problemen führen könnte, wenn wir bei dieser Aktion von der NYPD (New Yorker Polizei) erwischt werden würden. Ich hatte ja für unsere Familie und mich mittlerweile ein neues Visum beantragt und zu dieser Zeit hegten wir (noch) die Hoffnung, dass es bald kommen würde. Das wollte ich natürlich nicht gefährden, aber der Rebell in mir konnte einfach nicht widerstehen – und ich sagte ihr zu das „Behind the scenes“-Video zu drehen. Natürlich war auch das mal wieder ein ehrenamtlicher Job, der nur dann etwas abwerfen würde, wenn mein Video im Zusammenhang mit den Bildern von Vic verkauft werden könnte.

Egal, manchmal muss man einfach die ganz harten Jobs machen und in den sauren oder auch süßen Apfel beißen. Ich habe jetzt ganz bewusst nicht Apfel-Po geschrieben… 😉

Als ich Vic schon meine Teilnahme bestätigt hatte, fiel mir auf, dass ich noch gar nicht die Zustimmung der höchsten aller Instanzen eingeholt hatte. Jeder Mann weiß natürlich sofort wer hier gemeint ist und jede Frau hat sich so oder so schon gefragt, was Kris wohl dazu sagen würde… aber seit mich Kris vor ein paar Jahren mit zwei sehr hübschen Models alleine nach Barcelona reisen ließ und ich dort WIRKLICH nur ein Video mit den beiden gedreht habe, ist das tatsächlich kein Problem mehr für uns. Ja, ich weiß, dass ich’s ganz schön gut habe… ☺

(Das Barcelona-Video von damals!)

An alle Männer da draußen: Ich bin mir nicht ganz sicher, ob eure Frauen euch das auch machen lassen werden, nur weil ihr ihnen mein Video hier zeigt. Ich übernehme insofern garantiert keinerlei Verantwortung für die Nachwirkungen entsprechender Überzeugungsversuche… 😉

Wir trafen uns jedenfalls in Vic’s Studio in dem Angela, das Model, von einer Make Up Artistin (Visagistin auf Deutsch) und einer Stylistin entsprechend hergerichtet wurde. Nein, mit Angela Merkel hatte sie jetzt optische wirklich keine große Ähnlichkeit… Ich war schon sehr gespannt, wie das Ganze vonstatten gehen sollte und als Angela endlich gut aussah… 😉 – fuhren wir mit zwei Taxis zum Shoot in Chinatown.

Ich nahm ein „yellow cab“ (New Yorker Taxi) zusammen mit Vic, während die anderen vier Mädels, insgesamt waren wir zu sechst, in einem anderen Taxi fuhren. Wir hatten schönstes Wetter. Nicht zu heiß, vielleicht ein wenig kühl ohne ordentliche Anziehsachen, aber nicht zu windig und richtig blauer Himmel mit herrlicher Sonne. Was will man mehr, wenn man eine nackte Frau in New York fotografieren und filmen geht?! 😉

Unsere allererste Location überraschte mich schon deshalb, weil ich genau dort, zwei Wochen vorher, mit dem Fahrrad gewesen war und Photos gemacht hatte. Das war natürlich sehr lustig, aber noch lustiger war es als Angela anfing sich zu entkleiden. Die Seitenstraße sah vollkommen unbelebt aus, nicht einmal durchfahrende Autos oder Fußgänger störten uns bei der Arbeit. Das änderte sich jedoch schlagartig durch die Anwesenheit einer hübschen, jungen Frau, die gerade ihren BH ausgezogen hatte. Die Straße erwachte ganz ur-plötzlich zum Leben… und überall krochen lüsterne Arbeiter hervor. Ein bisschen wie in einem Gruselfilm von Quentin Tarantino, nur dass dieses Mal niemand die Brüste verpixelt hatte… 😉 In der Realität strömten sie natürlich einfach aus den Häusern und schauten aus den Fenstern, aber es fühlte sich schon irgendwie sehr surreal an. Auch weil es so schnell ging, wie wenn schon jemand auf der Lauer gelegen und nur darauf gewartet hätte. Die Handykameras blitzten und Angela machte immer noch beste Miene zum gaffenden Spiel. Klar, wer konnte es den Arbeitern schon übel nehmen… Da zieht sich mir nichts, dir nichts, eine Frau auf der Straße aus und wird außerdem noch mit professionellen Kameras gefilmt und fotografiert, beleuchtet und nachgeschminkt. Ich hätte garantiert auch einen Blick darauf geworfen, wenn ich es nicht so oder so schon aus rein professionellen Gründen hätte machen müssen… 😉

Foto Shoot mit Vic
Foto Shoot mit Vic
Eine nette Abwechslung für die Arbeiter
Eine nette Abwechslung für die Arbeiter

Vic wollte aber natürlich keinen Massenauflauf provozieren und so zogen wir weiter zur nächsten Location. Einem belebten Gemüse- und Obststand… Angela trug zur Tarnung einen längeren Mantel über der sexy Unterwäsche. Beim Stand angekommen, zog sie schnell den Mantel aus und aß ganz lasziv ein paar Trauben, die Vic noch nicht einmal bezahlen musste. Hier war natürlich schon deutlich mehr los und die Menge der Menschen, die mal schnell einen Blick auf die hübsche, (fast) nackte Angela werfen wollten, nahm so schnell zu, dass wir nur ganz kurz dort stehen bleiben konnten.

Danach gingen wir in den Columbus Park, der auf der gegenüber liegenden Straßenseite beginnt. Da unser geheimes Manöver an einem Sonntag statt fand, waren im Park ganz viele Chinesen mit ihren Familien versammelt und lauschten unter anderem der, für westliche Ohren, sehr seltsamen Musik, die von einer Band mit noch seltsameren Instrumenten gespielt wurde. Columbus hätte sich sicher über unseren überraschenden Besuch gefreut und so freuten sich auch die viele kleinen gelben… Tulpen… 😉 Natürlich wollte ich nicht Chinesen schreiben!

Angela zog ihren Mantel aus und einem älteren Chinesen, fiel die Kinnlade herunter. Gott sei dank hatte er seine Frau dabei, so dass wir wenigstens nicht für die Widerbelebungsmaßnahmen nach der Herzattacke zuständig sein würden. Es kamen immer mehr von den kleinen, mittleren und großen Menschen und machten Fotos von Angela, die damit ganz offensichtlich nicht das geringste Problem hatte… Vic hatte definitiv ganz das passenden Model für diese Aktion ausgewählt.

Vic umringt von Chinesen
Vic umringt von Chinesen
Angela und Bewunderer
Angela und Bewunderer

Wir wechselten auf den Sportplatz nebenan und die Menge stand jetzt in Scharen am Zaun. Angela räkelte sich in einem Fußballtor und ich dachte darüber nach, warum mich Frauenfußball in der Vergangenheit eigentlich nie so richtig interessiert hatte. Da war offensichtlich etwas mit meiner Entwicklung und Erziehung schief gelaufen… Gleichberechtigung ist doch ein wirklich wichtiges Thema, dachte ich und stellte mir Manuel Neuer, den deutschen Nationaltorhüter, in Strapsen vor… Autsch! Okay, ich nehme das alles sofort wieder zurück. Ich bin nicht der Meinung, dass Männer und Frauen in jeder Hinsicht gleich sind oder sein sollten – und ich will Manuel Neuer auch nicht in meinem Gehirn in Strapsen haben… Mist, wie bekomme ich dieses Bild jetzt wieder aus meinem komischen Brain-Memory gelöscht?!

Das, was wir heute erlebten, war alles schon sehr spaßig! Die NYPD hatte sich immer noch nicht gezeigt, was Vic, die unseren Shoot sehr professionell managte, immer mutiger werden lies. Nach einem kurzen gemeinsamen Mittagessen beim Chinesen, wer hätte das gedacht… 😉 – ging’s weiter zur Canal Street. Dort steppt im wahrsten Sinne des Wortes der chinesische Tanzbär. An einem normalen Sonntag ist dort soviel los, wie in Karlsruhe ungefähr alle zehn Jahre, wenn der KSC mal wieder den FC Bayern geschlagen hat…

In der Canal Street genossen wir jetzt die ungeteilte Aufmerksamkeit von ungefähr einer Milliarde Chinesen. Angela bekam diverse Heiratsanträge und versuchte nur in Strapsen zu trampen. Ich bin mir immer noch nicht ganz sicher, wie es die chinesischen Autofahrer geschafft haben, keinen Unfall zu bauen. Doch, halt! Ich weiß es… Ich weiß es…. Da die meisten von denen ja gerade mal so übers Lenkrad schauen, können die gar nicht die ganze Straßenbreite sehen… 😉 Das ist natürlich alles vollkommener Blödsinn!
Und ich habe auch garantiert nichts gegen kleine Menschen aus China. Ich spielte ja in New York unter anderem einmal die Woche mit einer sehr netten Chinesin Tennis. Solange sie mich gewinnen lies, war ich ihrem Stamm gegenüber in jedem Fall immer sehr positiv eingestellt… 😉

Eine ganz normale Tramperin
Eine ganz normale Tramperin
Angela mitten drin!
Angela mitten drin!

Die allerletzte Szene fotografierte Vic dann mitten auf einem Fußgängerüberweg, aus der Sicht der wartenden Autos. Kein einziger Autofahrer hat sich darüber beschwert, dass wir den Verkehrsfluss ein wenig behinderten und Angela in Strapsen mitten auf die Straße stellten… 😉

In jedem Fall war das alles ein ziemlich außergewöhnliches Erlebnis, das den durchschnittlichen Adrenalinspiegel aller Chinesen und unseres gesamten Teams an diesem Tag deutlich angehoben hatte.

Only in New York! – ist ein oft verwendeter Ausdruck für die Tatsache, dass viele Dinge tatsächlich im normalen Leben in einer „normalen“ Stadt nie stattfinden werden, aber eben in New York. Wenn dieses spannende Leben hier nur nicht so extrem teuer wäre… hatte ich das vielleicht schon mal erwähnt?

Ich versuchte mir vorzustellen, wie so eine Aktion in Karlsruhe verlaufen würde. Wahrscheinlich hätten wir regnerisches Wetter gehabt und nach ungefähr 3 Minuten wäre die Polizei da gewesen und hätte uns mit Nachdruck, aber ohne jede Gesichtsregung, ansatzweise un-freundlich erklärt, dass so etwas in gar keinem Fall ohne Dreh- und Ausziehgenehmigung auf offener Straße durchgeführt werden könne… In New York aber geht so was, sogar ohne verhaftet zu werden!


(Das Video über unseren Dreh! Nach dem Start Fullscreen drücken!)

Mit Victoria habe ich noch ein paar weitere Projekte gemeinsam vollendet, immer in der Hoffnung damit endlich den ganz großen Durchbruch im Video-Business zu schaffen. Dazu später mehr, aber hier mal noch die, trotz russischer Models, jugendfreien Videos:


PS: Natürlich sind nicht alle deutschen Polizisten unfreundlich… genauso wenig wie alle Chinesen klein sind! 😉

PSPS: Victoria wurde übrigens international bekannt durch ihr tolles Buch „Curves“, das sogar mehrfach in Deutschland im Fernsehen gezeigt wurde.

Ende von Kapitel 31


Bei den Walen - Kapitel 30- Kapitelübersicht -Eine Familie im Großstadtdschungel - Kapitel 32


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6 Kommentar

  1. Ich wollte sicher sein das es auch stimmt was ich sag, also in der stadt der regeln gibt es ein gesetz das man auch als Frau oben ohne durch die stadt laufen darf ! Man kann sich zur pizza keine 2 liter flasche cola von dominos bringen lassen, man muss sich 2 kleine cola bei McDonalds bestellen da es ein gesetz gibt das keine riesen becher verkauft werden können ABER Frau darf oben ohne spaziern gehn . Es gibt so gar ein top less race einmal im jahr nur einen grossen becher soda darf man danach am ziel nicht trinken . Immer wenn ich denk das man was an blödheit der gesetze nicht übertreffen kann lassen die sich was neues und mich blöderes einfallen Freu mich schon auf das nächste kapitel ☺

    • Hallo Martina,

      Ja, dass mit dem Cola ist wirklich wahr… und das mit der Oben-Ohne-Sache wahrscheinlich auch! Nur hab‘ ich irgendwo gelesen, dass Frau es nur machen darf, wenn es *nicht* sexuell anstössig ist. Aber für mehr als 50% aller Amerikaner ist eine nackte Brust das Gefährlichste was es im Universum gibt… wobei am Times Square mittlerweile ganz viele Frauen mit Bodypaint oben ohne rum laufen und Geld von Touristen einsammeln. Das will „de Blasio“ (Bürgermeister von NYC, der heisst wirklich so!!! ;-)) aber jetzt irgendwie verbieten…
      Jede dieser komischen Regeln und Gesetzte wird offensichtlich von anderen Leuten gemacht und keiner blickt mehr durch. So geht das weiter und weiter, bis garantiert gar keiner mehr durchblickt. Dann ist alles vorbei… 🙂

      LG

      Wolfgang

  2. „Noch“ nicht “ mich“ einfallen. muss mir es mal angewöhnen nach zu lesen vor dem enter zu drücken . Meine OMA würd schon wegen dem durch web Klein schreiben einen and all bekommen

      • ja anfall . Ich hasse alles mit touchpad , wenns nach mir ging hät ich eine alte schreibmaschiene lol

        • LOL! Ja, mir geht’s manchmal genau so… wir glauben immer der Computer hätte uns den Fortschritt gebracht, aber ist unser Leben in den letzten Jahren wirklich einfacher geworden? Das genaue Gegenteil ist der Fall… weil man auf dem Computer alles so schön speichern kann, werden die Abläufe und Formulare immer länger und komplizierter. Man könnte es auch so sagen… irgendwann haben die Bürokraten den Computer entdeckt und jetzt toben sie sich dort aus und machen uns normalen Menschen das Leben immer schwerer… 😉

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