Kapitel 20
Wer sich die Bilder genauer angesehen hat, die ich am Anfang des Buches über unser Wohnhaus veröffentlicht habe, stimmt mir wahrscheinlich zu, dass es sowohl von der Lage als auch von der Umgebung, nicht gerade von schlechten Eltern oder Architekten war.
Am Hudson River gelegen, mit einem schönen Park inklusive Kinderspielplatz vor der Haustür, den besten Public Schools (d.h. kostenlosen öffentlichen Schulen) in Fußnähe, einem tollen Sportplatz um die Ecke, TriBeCa in unmittelbarer Umgebung und vielen weiteren Annehmlichkeiten. Mir war schon bei unserem allerersten New York-Besuch in 2005 klar gewesen, dass man hier gut leben könnte.
Hinzu kam eine himmlische Ruhe, die mich in den ersten Monaten tatsächlich, im positiven Sinne, an Karlsruhe erinnerte. Man konnte nachts problemlos schlafen und wurde nicht, wie an vielen anderen Stellen in Manhattan, von hupenden Taxis oder Polizeiautos mit eingeschalteter Sirene geweckt. Sogar echtes Vogelgezwitscher konnte man hören.
Das Gebäude besaß außerdem ein gut ausgestattetes Fitness-Studio, ein kleines Hallenbad, einen Billiard-Raum, ein Kinderspiel-Zimmer und eine hübsche Lobby mit Aquarium.
Natürlich wollen in so einem schönen Gebäude viele Menschen leben, weshalb die Miete auch astronomisch hoch war. Allein die Nebenkosten waren so gigantisch, wie die gesamte Miete in anderen Gebäuden.
Unser ehrenwertes Haus betrat man durch einen der beiden Eingänge, an denen in der Regel ein Portier stand und die Tür öffnete… das fand ich schon immer ganz schön „affig“, weshalb ich oft versuchte eine andere Tür zu benutzen. Wie wenn ich schon so alt wäre, dass ich die Tür nicht mehr selbst öffnen könnte… 😉
Nachdem man die Lobby als Besucher betreten hatte, musste man sich erstmal an der Front-Desk (Rezeption) anmelden – und das wurde in unserem Gebäude sehr strikt gehandhabt. Da gab es wirklich keinerlei Ausnahmen.
Wir hatten das Gerücht, dass Leonardo DiCaprio hier wohnte, schon bei unserem ersten Besuch in 2005 mitbekommen, aber auch nur deshalb, weil ich damals bezüglich der Wohngegend recherchiert hatte.
Eine verbindliche Auskunft, ob das denn stimmte, bekam man darauf von niemandem, weder von den Angestellten im Gebäude, noch von den Immobilien-Maklern. Natürlich konnte ich mir vorstellen, dass es Leo nicht begrüßen dürfte, wenn irgendeine wild gewordene Blondine eines Morgens überraschend halbnackt (…) an seiner Tür klingeln würde. Wobei… wenn ich so über Leo und seinen Frauen- bzw. Blondinenverschleiß nachdenke, bin ich mir da nicht so ganz sicher. 😉 Auf die Idee „L. DiCaprio“ an unsere Tür zu schreiben, bin ich in diesem Zusammenhang auch mal gekommen, aber Kris hätte das wahrscheinlich nicht wirklich befürwortet…
In jedem Fall meinte eine Maklerin mal zu uns, dass man über dieses Gebäude sehr viel hört, sie darüber aber nicht sprechen dürfe. Natürlich wollte sie damit nur unser Interesse noch weiter anheizen, dachte ich zumindest.
Ganz ehrlich gesagt, bin ich auch kein bisschen promigeil. Das sind auch nur Menschen und gehen genauso aufs Klo wie wir alle… 😉

Trotzdem macht es mir immer Spaß zu erzählen, wen ich schon alles im Leben (zufällig oder auch nicht) getroffen habe. Als „getroffen“, zählen für mich alle Begegnungen mit einem Abstand von maximal 2-3 Metern. Musikkonzerte natürlich nicht mitgerechnet. Allein die Reaktion von Leuten, die dann plötzlich doch promigeil sind, sind die Erzählungen meistens schon wert…
Vor New York waren das bei mir… Tina Turner, Arnold Schwarzenegger, Nina Hagen, Matthias Sammer, Oskar Lafontaine, Jan Ulrich, Nikolay Davydenko, Udo Lindenberg und Nina Ruge.
Zu jedem könnte ich jetzt hier eine mehr oder weniger spannende Geschichte erzählen, aber das Buch heißt ja „Nie wieder New York“ und nicht „Auf Promi-Jagd in Frankfurt, LA, Fuerteventura, Saarbrücken, Flugzeug oder Berlin“. Wäre auch ein wenig lang der Titel.
In New York sollte sich die Menge, dieser Promis in jedem Fall noch deutlich erhöhen. Tatsächlich leben viele einfach dort oder haben eine Zweit-, Dritt- oder Viertwohnung. Als zugezogener New Yorker hat man bestimmt einmal die Woche das Gefühl, gerade jemand Prominentes gesehen zu haben. Nach einer gewissen Zeit, schaut man zum Beispiel morgens in den Spiegel und hält sich selbst auch ganz plötzlich für prominent. Nur die Groupies wollen nicht so richtig. Ich meine jetzt Autogramme und so Zeug… 😉
In unserem Gebäude kamen mir am Anfang aber alle relativ normal vor. Insgesamt gab es an drei unterschiedlichen Stellen Aufzüge, die in verschiedene Teile des Gebäudes führten. Wir wohnten im Süd-Teil, im 29. und 30. Stock, d.h. unsere Wohnung war eine sogenannte Duplex-Wohnung. Darüber gab es nur noch ein weiteres Stockwerk mit Wohnungseingängen zu weiteren Duplex bzw. Penthouse-Wohnungen.
Auf dem Weg nach unten traf man natürlich immer viele andere Einwohner oder Gäste, da wir ja von ganz oben immer nach ganz unten mussten. Das Stockwerk, in dem wir wohnten war zwar schön, wenn es um die Aussicht ging, aber nicht so schön, wenn man schnell irgendwohin wollte und es gerade „Rushhour“ (Hauptverkehrszeit) im Aufzug war…
Kris plante in der Regel für die Aufzugsfahrt ca. 30 Sekunden ein, was natürlich vollkommen unmöglich war. In so hohen Gebäuden dauert es manchmal 10 Minuten bis man unten ankommt. Nicht dass die Aufzüge so langsam wären. In der Regel sind das richtig schnelle und vor allem sichere – deutsche – Expressaufzüge von Thyssen-Krupp, aber das hilft einem auch nichts, wenn in jedem Stockwerk jemand ein- oder aussteigen möchte. Wo die nur immer alle hin wollen? 😉 Es gab zwar allein in unserem Turm drei Aufzüge nebeneinander, aber auch das reichte manchmal kaum aus.
In jedem Fall trafen wir immer sehr viele Menschen im Aufzug. Manche kannte man dann nach ein paar Wochen „vom Sehen“, viele kannte man aber auch gar nicht.
In einem so großen Gebäude zogen laufend Leute ein und wieder aus. Es verging eigentlich kein Tag an dem nicht mindestens ein Umzugswagen vor der Haustür stand. In einer „normalen“ deutschen Stadt und einem „normalen“ deutschen Wohnhaus ist das sicherlich nicht so extrem, aber in New York verändert sich eben alles – an jedem einzelnen Tag.
Viele Menschen, die in New York leben und arbeiten, werden auch nur für eine begrenzte Zeit dorthin geschickt, um z.B. in der Firmenzentrale eine Art Praktikum zu absolvieren und um zu sehen, ob sie widerstandsfähig genug sind für das Leben in der hart umkämpften Traumstadt… Nach einem Jahr verlassen sie dann die USA wieder und kehren mit der gewonnenen Erfahrung in ihre Heimatländer zurück. Dort implementieren sie dann die amerikanische Denkweise und gehen ebenfalls wieder bei McDonalds essen… 😉 – Das ist in jedem Fall einer der Gründe für das ständige Kommen und Gehen in New Ameisenhochburg City…
Besonderen Spaß hatte ich beim Aufzug fahren auch deshalb, weil ich sehr häufig mit meinem Fahrrad unterwegs war, das nur diagonal in den Aufzug passte und insofern immer den halben Aufzug versperrte. Oft wollten dann auch noch sich gerade frisch reproduzierte Menschen, d.h. Mütter mit ihrem Kinderwagen zu mir in die Ameisenschaufel, was aber aus Platzgründen leider unmöglich war.
Beim allerersten Mal als ich mit meinem Rad durch die Lobby schlich, befürchtete ich noch, dass mich irgendwer aufhalten und mir eine von diesen unendlich vielen, blödsinnigen Hausordnungsvertragsvorschriften unter die Nase halten würde. Frei nach dem Motto „Fahrradhaltung in Wohnungen aus Liability-Gründen bei Voll- Halb- und Neumond verboten.“
Es passierte aber tatsächlich nichts und ich hatte von da an einen Riesenspaß mit den ganzen schick angezogenen Leuten und Müttern, die mit mir, in Trainingsanzug und riesiger Tennistasche auf dem Rücken plus Fahrrad, den Aufzug teilten. Oft führte ich dabei auch sehr nette Unterhaltungen darüber, wo man denn hier in New York Tennis spielen könne – und gerne ließ ich auch jeden wissen, dass ich viel schneller in der 96. Straße war, als jeder, der eher traditionelle Fahrzeuge (mit oder ohne Chauffeur…) bevorzugte.
Ich schob also mein hübsches Fahrrad täglich durch die schicke Lobby und mancher hielt mich wahrscheinlich für den Pizzaboten, auch wenn ich natürlich versuchte dabei möglichst selbstbewusst auszusehen. – Anders ausgedrückt. Ich nahm mir einfach die Narrenfreiheit, die Dinge so zu tun, wie ich sie für richtig hielt, auch wenn ich sicherlich hin und wieder ziemlich amüsierte Blicke erntete.
Wie schon erwähnt, kannte man manche Aufzugsfahrer nach einiger Zeit vom Sehen. Leo hatten wir jedoch noch nicht getroffen, dafür fuhren wir alle aber immer wieder mit einem netten Herrn, ungefähr in meinem Alter, der oft seinen kleinen Hund Gassi führte. In der Regel war er sehr leger angezogen und wohnte über uns. Da es dort nur noch eine Handvoll Wohnungen gab, waren es nicht viele Bewohner, die wie wir immer bis ganz oben fuhren.
Eines Tages kam Kris ganz aufgeregt zu mir, als ich gerade am Video schneiden war. „Du, ich glaub, ich weiß jetzt wer das ist. Nein, ich bin mir sogar sicher!“ Sie hoffte, dass ich jetzt ganz neugierig würde, was aber nicht wirklich der Fall war. Kris neigt manchmal dazu das Internet und alles was darin geschrieben steht für die ultimative Wahrheit zu halten… das ist ja eigentlich auch nicht ganz falsch, nur muss man die richtigen Dinge miteinander verknüpfen und das Ganze entsprechend filtern… 😉
In jedem Fall eröffnete sie mir, dass es sich dabei um „Dave Gahan“, den Leadsänger von Depeche Mode handeln würde und sie wäre sich auch ganz sicher. Er hätte so einen englischen Akzent und sie hätte – alle – möglichen aktuellen Fotos, die im Internet verfügbar waren, verglichen. Sie hatte ja auch sonst nichts zu tun…„Das ist er! 100%!“. Tatsächlich waren wir vor ein paar Jahren schon mal auf einem tollen Depeche Mode Konzert in London gewesen, aber ich glaubte ihr trotzdem erstmal nicht. Natürlich musste ich dann an ihren Laptop kommen, um mir die Bilder genau anzusehen.
Ja, der Mann aus dem Aufzug hatte schon eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Mann auf den Fotos. Außerdem fand ich nach kurzer Recherche heraus, dass Dave wirklich in Battery Park City lebte. Nachdem ich dann selbst Bilder von ihm und seiner Frau gegoogelt hatte, war ich mir ebenfalls sicher, dass direkt über uns tatsächlich die Familie Gahan wohnte.
Während ich das hier schreibe, habe ich gerade eine Whatsapp von Yvonne aus München bekommen, die wir in New York kennen gelernt haben und die heute eine Freundin ist, dass gerade ein LiveStream mit unserem Ex-Nachbarn über sein einziges Deutschland Konzert in Berlin im Internet zu sehen ist. Sachen gibt’s… außerdem kommt er einem jetzt auch so seltsam vertraut vor, wenn man ihn da singen sieht.
In jedem Fall war Dave immer sehr nett und freundlich im Aufzug. Er hielt uns auch immer wieder die Aufzugstür auf und ging oft sogar selbst beim Supermarkt um die Ecke einkaufen. Man hat da ja immer so ein Bild von Stars im Kopf, wie sie umgeben von Assistenten und langbeinigen Blondinen, kein normales Leben mehr führen können. Ach, die Ärmsten…
Dave kam uns aber eigentlich immer vollkommen normal vor. Da war keinerlei Hochnäsigkeit oder irgendwelches Stargehabe… Das war einfach nur unser Nachbar. Auch seine Frau war sehr nett. Als sie mich einmal interessiert auf meine Chill-and-Ride-Jacke angesprochen hatte, die von einem Wakeboard-Event in „good old Germany“ stammte, einigten Kris und ich uns darauf, dass sie Dave und ich eben seine Frau haben könnte… 😉
Sogar ein Privatkonzert hat er uns mehrere Male gegeben… 😉 Sein Probenraum war zwar gut isoliert, befand sich aber über dem Schlafzimmer unserer Jungs und wenn er richtig los legte, konnte man ihn trotzdem hören. Er probte aber nur tagsüber, während die Kinder in der Schule waren. Einmal habe ich dann einfach eines meiner Tonaufnahmegeräte an die Decke gehalten und einen Song mitgeschnitten. Auf Facebook wussten natürlich einige sofort, wer da über uns gerade ein Liedchen geträllert hatte.
An Halloween sind Kris und die oben erwähnte Yvonne dann auch mit dem Ziel los gezogen, sich von Dave Gahan irgendwelche Süßigkeiten in den Ausschnitt stecken zu lassen. Zumindest habe ich das so verstanden… Ja, die Kinder waren auch dabei – und denen war es, glaube ich, vollkommen egal, dass „nur“ seine nette Frau geöffnet hat, weil sie auch so an jede Menge Süßigkeiten gekommen sind… 😉 Ich habe auch ein Bild davon wie Rafael, unser kleines Süßigkeiten-Trüffelschweinchen, sich schon in Dave’s Wohnung geschlichen hatte, während seine Frau an die Kinder an der Tür „Candies“ verteilte. Ich bin mir aber leider nicht so sicher, ob man so ein doch sehr privates Bild so ohne weiteres verbreiten darf…
Zwei weitere Erlebnisse mit Dave hatten wir dann noch kurz vor unserem Auszug.
Kris wollte unbedingt ein Bild von ihm machen, traute sich aber nicht ihn darauf anzusprechen, da in unserem Gebäude noch mehr Prominente wohnten und wir eigentlich nie jemanden sahen, der deshalb kreischend ausgeflippt wäre… jeder Promi braucht ja auch mal seine Privatsphäre.
Kris hatte also die glorreiche Idee ein Bild mit ihm im Aufzug zu machen, bei dem sie heimlich von schräg unten mit ihrem Handy fotografieren wollte. Das war natürlich ein verwegener Plan, der auch hätte funktionieren können, wenn sie nicht vergessen hätte den Blitz abzuschalten… Als der dann plötzlich anging, erschreckte sie sich selbst so sehr darüber, dass auf dem Bild natürlich rein gar nichts zu sehen war – aber wenigstens hatten wir hinterher so richtig was zu lachen… 😉
Ich traf ihn dann noch einmal mit Quentin zusammen – wie immer im Aufzug. Wir hatten gerade die Post geholt. Dabei war eine Postkarte eines Immobilienmaklers, die eine schöne, aber unbezahlbare Wohnung zeigte. Quentin frage mich auf Deutsch, als er darauf schaute, warum wir uns nicht einfach diese Wohnung kaufen würden. Ich zögerte kurz mit der Antwort, worauf Dave – ebenfalls auf DEUTSCH – antwortete „Oh, die ist sehr teuer!“. Wir lachten laut. Ich sagte zu Quentin „Pass auf, was Du jetzt noch sagst! Der Mann versteht uns!“ Wir lachten alle noch lauter. Als ich Kris davon erzählte, dachten wir darüber nach, was wir in den letzten 2 Jahren so alles von uns gegeben hatten, was Dave peinlicherweise verstehen konnte… Wie schon mal erwähnt, sollte man in New York nie davon ausgehen, dass man sich problemlos auf Deutsch über Dinge unterhalten kann, die keiner hören soll, denn sogar Dave Gahan versteht und spricht Deutsch!
Tatsächlich wohnten bei uns aber noch mehr Prominente, wie wir so nach und nach heraus fanden.
Zum einen war da Tyra Banks. Ja, genau die, die in den USA „America’s Next Top Model„ moderiert und selber mal ein Top-Model war. Aufgefallen war es uns, als wir sie geschminkt und aufgetakelt aus dem Haus zur Limousine mit Chauffeur gehen sahen. War das etwa die gleiche Frau, die wir schon vorher einige Male im Trainingsanzug gesehen hatten und die dabei nicht in jeder Hinsicht eine glückliche Figur machte? Oder anders ausgedrückt… war das die Frau, die wirklich Jessie Rabideau wegen eines zu dicken Hinterns aus der Serie warf, während ihr eigener… oh lala…. mehr schreibe ich jetzt dazu nicht.

Dann begegnete mir immer wieder eine sehr hübsche, große junge Frau, bei der ich, wirklich ohne jede Übertreibung, zwei mal fast mit meiner Nasenspitze in ihrem brusthaltigen Dekolleté hängen geblieben war. Sie hatte dabei High Heels an und kam, genauso wie ich, um eine uneinsehbare Ecke in unserem Gebäude geschossen. Sie lächelte mich trotzdem jedes Mal sehr freundlich an, während ich eher sehr erfreut lächelte, was wahrscheinlich in diesem Moment nicht zu übersehen war.
Ihr Name war Doutzen Kroes, ein langjähriges Victoria’s Secret Model. Schon lustig, wenn man sich die Nachbarin problemlos überall in Unterwäsche ansehen kann… Oft haben wir sie auch auf dem Spielplatz vor dem Haus vollkommen ungeschminkt gesehen. Da sah’ sie aber immer noch richtig gut aus, wie sogar Kris, natürlich vollkommen neidlos, feststellte. Ich konnte sie aber immer mit dem Satz „Dafür hast Du den hübscheren Mann…“ beruhigen… 😉
Leonardo DiCaprio wohnte auch bei uns, soviel war durch Erzählungen anderer Nachbarn mittlerweile sicher. Wir hatten ihn zwar noch nicht im Aufzug getroffen, aber auf der Straße vor dem Gebäude zusammen mit Martin Scorsese, dem berühmten Filmregisseur, gesehen. Einmal hatte auch ein Paparazzi Bilder von ihm gemacht, wie er mit einem der CitiBike-Fahrräder vor unserem Haus davon fuhr. Ich hab’ mich schon ein wenig gewundert, warum keiner von mir und meinem Fahrrad Bilder gemacht hat, obwohl wir doch viel besser aussahen… 😉
Als er irgendwann an uns vorbei lief, machten wir dann doch Bilder von hinten, die aber unsere Facebook Freunde nicht für echt hielten, bis wir auch hier Paparazzi-Bilder vom gleichen Tag und Outfit im Internet fanden.
Kris hatte dann doch noch das Vergnügen ihn im Aufzug zu treffen, weil sie an diesem Tag einen anderen Eingang benutzt hatte, fuhr aber nur zwei Stockwerke mit ihm und fand ihn reichlich eingebildet. Möglicherweise kann man das aber, nach einer so kurzen Phase der innigen Aufzug-Freundschaft, nicht ganz so gut beurteilen… 😉
Während wir dann „Wolf of Wall Street“, Leo’s letzten Film, im Kino direkt gegenüber von unserem Gebäude ansahen, fragten wir uns natürlich schon, warum uns unser Aufzug-Kumpel nicht zur privaten Film-Session zu sich nach Hause eingeladen hatte?!

Einen weiteren Bewohner unseres Hauses lernte ich in Salt Lake City kennen. Ich half dort einem Freund, Karsten, beim Filmen einer Show von Robert Redford und seiner Frau Sibylle Szaggars Redford „The Way of the Rain“. Die Show war wirklich sehr beeindruckend und wurde durch einen zu dieser Zeit aktuellen Hit „Peace“ von O.A.R. noch weiter aufgewertet.
Als ich mit dem Sänger, Marc Roberge, am nächsten Morgen am Frühstücks-Buffet stand, erzählte ich ihm, dass er mich in seinen Videos irgendwie an Dave Gahan erinnern würde. Er lachte und meinte, dass er mit Dave, in dem Gebäude in dem er wohne, immer ins Gym (Fitness-Raum) gehen würde. Ich stutzte kurz und fragte „You are living in the Riverhouse?“. Jetzt schaute er mich fragend an – und wir stellten laut lachend fest, dass wir beide zur gleichen Zeit im gleichen Gebäude gewohnt hatten. Tatsächlich fiel mir dann auch wieder ein, dass ich ihn mehrmals in der Nähe des Spielplatzes gesehen und von weitem immer mit Dave Gahan verwechselt hatte.
So klein ist diese Welt! Sie wird leider auch nicht mehr größer…
Zum Schluß: Wie ist es also mit weltbekannten Stars unter einem Dach zu leben? Irgendwie ganz normal. Im realen Leben sehen diese Stars auch nicht anders aus als Du und ich, nur dass sie natürlich einen „etwas“ dickeren Geldbeutel haben und immer aufpassen müssen, dass nicht irgendwelche Fans heimlich Bilder von Ihnen im Aufzug machen… 😉
PS: Ein paar Wochen vor unserem Auszug ist dann kurzfristig noch der Men-in-Black Will Smith über uns eingezogen. Leider habe ich ihn nicht mehr getroffen, aber mit seiner Tochter und ihrem Bodyguard bin ich mehrfach Aufzug gefahren. Sie schaute aber immer sehr gelangweilt aus der Wäsche, Teenager-mäßig eben…
PSPS: Leo ist angeblich auch kurz nach uns aus dem Riverhouse ausgezogen, nachdem er dort fast 10 Jahre gelebt hatte. Den möglichen Grund dafür verrate ich in einem späteren Kapitel…
PSPSPS: Angeblich wohnte in unserem Gebäude auch Sacha Baron Cohen. Das ist der Komiker, der irgendwann mal als Borat die Kinowelt erobert hat. Da ich aber in der ganzen Zeit niemanden mit einem grünen String-Tanga durch die Lobby gehen sah, bin ich mir da nicht ganz sicher… 😉
Ende von Kapitel 20
Die zickige Eislaufprinzessin - Kapitel 19- Kapitelübersicht -Hotel ist in der kleinsten Hütte - Kapitel 21
Fragen jeder Art bitte als Kommentar stellen!
Es macht immer wieder Spaß in jedem Kapitel neue Facetten von NYC zu entdecken. Ich liebe deine (selbst-)ironischen Kommentare. Bin schon gespannt, wie’s weitergeht.
Vielen lieben Dank, Elke! Diese Woche gibt es in jedem Fall zwei weitere Kapitel… 🙂