Mit Keanu Reeves im Apfelladen

Viel los in SOHO

Scroll this

Kapitel 26

Zurück in New York zeigte die Stadt mal wieder ihre andere, d.h. interessante und spannende Seite – und das ist natürlich einer der Gründe, warum es hier viele auch für eine längere Zeit aushalten.

Zu diesem Zeitpunkt war ich tatsächlich noch nicht gewillt die Flinte in den Hudson zu werfen und aufzugeben… „If you can make it there, you can make it everywhere!“ hatte Frank gesungen und irgendetwas in diesem Song musste doch der Wahrheit entsprechen…

Wie wenn sie gewusst hätte, was in meinem Kopf herum ging, schickte mir die immerschöne Heike eine Email, dass Keanu Reeves heute Abend in einem Apple Store in SoHo (South of Houston Street) „auftreten“ würde.

SoHo in New York City
SoHo in New York City

Ich kannte den Laden ganz gut, weil ich schon öfter dort gewesen war und kleinere Dinge gekauft hatte. Überhaupt ist SoHo eine wirklich spannende Gegend mit vielen großen und kleinen Geschäften und hippen Kunstgalerien. Einige Straßen haben auch heute noch Kopfsteinpflaster und besitzen einen fast Kleinstadtmäßigen europäischen Charme, dem man sich nur schwer entziehen kann – vor allem wenn man, wie die meisten Frauen, gerne das Geld ihrer Männer ausgibt. Natürlich gilt dieser Satz seit der Erfindung oder Geburt von Alice Schwarzer auch für Männer, die das Geld ihrer Frauen ausgeben… da dieser Fall aber nur selten vorkommt, sieht man im Straßenbild deutlich mehr schick gekleidete Weibchen als Männchen… 😉 Sorry Alice, aber das ist nicht meine Schuld!

Der Apple Store in SoHo
Der Apple Store in SoHo

Hier findet außerdem die New York Fashion Week statt, die eine geradezu unendliche Menge junger und gut aussehender Frauen und Männer – im wahrsten Sinne des Wortes – anzieht. Das „jung und gut aussehende“ ist der natürliche Grund, warum Kris und ich uns während der Fashion Week auch schon dort herum getrieben haben… 😉

In jedem Fall sollte Keanu Reeves, den spätestens seit „Matrix“ mehr oder weniger die ganze Welt toll findet, in einem doch ziemlich überschaubaren Bereich des Apple Stores einfach mal seine Sicht der Dinge zum Besten geben.

So etwas erlebt man dann tatsächlich nur in New York! Sogenannte A-Promis in Good Old Germany und jene, die sich dafür halten, habe ich noch nie freiwillig in einem relativ kleinen Raum einer Karlsruher Buchhandlung mit ihren Fans sprechen sehen.

Aber in New York geht so was. Wahrscheinlich wohnt Keanu direkt um die Ecke und wollte für das neueste iPhone kein Geld ausgeben. Also halten wir halt mal schnell einen Vortrag im Apple Store und nebenher staube ich dann einfach ein iPhone ab, wird er sich bestimmt gedacht haben.

Sein „offizieller“ Beweggrund war aber, laut der Apfelfirma, die Vorstellung seines neuen Films, in dem er zum ersten Mal selbst Regie geführt hatte.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass jede/r, der diese Email bekommen hatte, nicht wegen dieses Erstlingswerks, sondern einfach nur wegen Keanu da hin wollte – und Kris ging es kein bisschen anders. Sie war gleich so freudig erregt, als ich ihr davon erzählte, dass ich schon wieder überlegte, ob die Tickets nicht vielleicht doch schon alle weg waren… Vielleicht würde Keanu Kris ja als seine neue Muse entdecken und ich dürfte aber noch nicht einmal die Kamera für ihn halten – und jeder weiß ja, was berühmte Künstler so alles mit ihren Musen „anstellen“, um jetzt nicht treiben zu schreiben… 😉

Kris wollte also aus Gründen der ernsthaften Weiterbildung auch unbedingt mit und die Tickets waren noch nicht alle weg, außerdem auch noch, superduppa KOSTENLOS! Dass es noch Tickets gab, lag unter anderem daran, dass das Ganze tatsächlich nicht groß angekündigt, sondern am Tag des Events per Email nur an eine ausgewählte Gruppe verschickt wurde.

Kris war in jedem Fall sogar bereit mit dem Fahrrad dort hin zu fahren, worauf ich ihr dann aber erstmal erklärt habe, dass Keanu jetzt keine Stunde später anfangen würde, nur weil sie mal wieder nicht den Einschaltknopf für den Hilfsmotor finden könne…

Kunst in SoHo
Kunst in SoHo

Ach, was soll ich sagen… Kris ist noch nie so schnell mit dem Fahrrad gefahren, KEINE AHNUNG warum???

In jedem Fall kamen wir rechtzeitig an, eher sogar etwas zu früh und konnten uns immer noch vernünftige Plätze aussuchen. So etwas passiert, wie schon hin und wieder erwähnt, nicht gerade oft in New York Millionenameisencity… aber dieses Mal hatte Kris…, ich meine natürlich, hatten *WIR* Glück.

Zuerst vermuteten wir noch, dass uns vielleicht jemand einen Streich gespielt haben könnte, weil zwar schon so ca. 50 Leute da waren, aber mehr eben nicht, als wir eintrafen. Keanu Reeves und nur 50 Leute? Zwei davon aus Karlsruhe? Kann das wirklich sein? Waren wir vielleicht einfach nur in der Matrix gelandet und unsere Körper würden gleich von einer komischen Maschine angezapft um mit unseren Hochleistungsgehirnen, also zumindest mit meinem…;-), die Alien-Welt mit Brain-Power zu versorgen?
(Anmerkung von Kris: Das wäre wieder so wein Witz über den nur ich selbst lachen würde…;-))

Die Spannung steigt
Die Spannung steigt

Jetzt kam aber tatsächlich ein relativ menschlich aussehender Apple Mitarbeiter auf die Bühne, der so gar nichts von Agent Smith hatte und nach einer kurzen Einleitung wirklich Mister Keanu Reeves himself ankündigte.

Ja und da kam er dann tatsächlich relativ unspektakulär ins Rampenlicht geschlurft, wirkte irgendwie eher zurückhaltend und deutlich weniger „charismatisch“ als Neo in der Matrix.
Kris war natürlich trotzdem total aus dem Häuschen und gut, ja, ich fand ihn irgendwie auch ganz sympathisch. Ich bin da ja nicht so. Gutes Aussehen ist ja ganz toll, wie ich gehört habe…, aber Keanu kam einem wirklich gar nicht so vor, wie wenn er deswegen irgendwie eingebildet wäre.

Wahrscheinlich weiß er einfach, dass seine lässige, ein wenig schüchterne Art noch viel besser bei den Mädels ankommt.

Vielleicht probier’ ich das auch mal… 😉 Ich meine in meinem nächsten Leben, wenn ich hoffentlich als Neo wieder geboren werde… 😉

Kris im Glück
Kris im Glück

In jedem Fall wurde Keanu von seinem Interviewer über seinen Martial Arts (Kampfsport) Film befragt und er erzählte was er sich dabei so gedacht hatte. Es wurde auch ein Trailer gezeigt und der „total süße“ Keanu erklärte, dass er der furchtbar böse Bube im Film sei, was er sehr genossen hätte.

Wirklich, Keanu? Obwohl er das alles recht locker rüber brachte, hatte ich nicht das Gefühl, dass das wirklich die ungeschönte Wahrheit war. Wahrscheinlich wollte er diese blöde Promotion-Veranstaltung einfach nur schnell hinter sich bringen, damit er endlich sein neues iPhone in Besitz nehmen konnte… 😉

Die Film-Szenen waren mir persönlich irgendwie auch zu Kampfsport-lastig. Das hatte man alles schon mal irgendwo gesehen. Er versuchte seine Erzählungen noch mit ein paar „bad news are good news“-Fakten anzureichern. Angeblich hatte er beinahe, man höre und staune, irgendwelche Zehennägel beim Drehen verloren – oooohhh, der Arme… – aber der Funke bezüglich seines Films sprang auch jetzt nicht so richtig rüber.

So hörten wir also dem netten Onkel Keanu noch ein wenig beim Erzählen zu und freuten uns, dass wir endlich auch mal dabei sein durften.

Kris ist außerdem der Meinung, dass der total süße Keanu auch noch ein paar sehr, sehr lustige Witze gemacht hätte, an die sich aber nur Frauen erinnern können, die ihn unvoreingenommen wahrgenommen hätten… 😉 Klar, gehöre ich nicht ganz exakt zu dieser Gruppe.

Keanu Reeves
Keanu Reeves hatte was zu erzählen
Der süße Keanu
Der süße Keanu…

Besonders cool kommen die dort gemachten Fotos dann auch immer auf Facebook an. Die Menge der Likes ist in so einem Fall schon deutlich höher als normal – und das ist ja schließlich auch der Grund warum wir in New York leben und so viele tolle Sachen machen! Wir wollen endlich noch mehr Facebook likes!? 😉 Außerdem hat man dann sozusagen im Nachgang noch einmal das Gefühl eines besonders tollen, herausragenden Erlebnisses, wenn so viele unserer Fatzebock-Freunde entzückt den Like-Button drücken.

Als der ganze Spuk dann vorbei war, warteten wir, wie noch ein paar andere hartnäckige Groupies, am Ausgang auf das Spaceship, das ihn abholen sollte – und darauf dass er noch einmal an uns vorbei lief. Es war schon dunkel geworden. Als sich endlich die schwarze Seiten-Tür des Apfelladens öffnete, kam es uns vor, wie wenn da doch plötzlich Neo aus dem gleißenden Lichtschein trat.

Schnell huschte unser neuer Freund ganz nah an uns vorbei. Kris rief ihm noch leise „Bye“ hinterher… Für den richtig großen Moment haben aber leider noch ein paar Matrix-mäßige Special Effects gefehlt. Eindeutig wurde hier mal wieder am falschen Ende gespart! Neo ohne Special Effects, das geht eigentlich gar nicht… Er wurde schließlich auch nur von einer ganz normalen schwarzen Limousine abgeholt. Kein extraterrestrisches Raumschiff und keine das Raum-Zeit-Kontinuum verbiegenden Pistolenkugeln in Ultra-Zeitlupe…

Aber irgendwie… war’s trotzdem cool!

Das habe ich jetzt natürlich nur für unsere Facebook-Freunde geschrieben… 😉 (Bitte liken!)

Kris hatte verständlicherweise das Gefühl, dass er sich noch einmal nach ihr umgedreht hatte… aber so sind sie halt die Frauen. Wenigstens bleibt Kris nicht vor jedem irgendwie spiegelnden Gegenstand stehen, nur um sich selbst zu sagen, wie gut sie aussieht. Das tat nämlich die Freundin, mit der ich vor Kris, vor ungefähr dreihundert Jahren zusammen war… 😉

Beschwingt fuhren wir in Richtung Battery Park, kehrten unterwegs noch in eine Bar ein, tranken ein paar Cocktails zu viel und freuten uns umso mehr darüber, dass wir einen richtig schönen und spannenden Abend mit dem süßen Mr. Reeves verbracht hatten…

Cocktail mit Blume
Cocktail mit Blume zur Ablenkung von dem bösen Alohol…

Wieder zu Hause dachte ich, im Zustand der alkoholisierten Schwerelosigkeit in unserem gemütlichen Bett liegend… „New York, ich hasse Dich! Warum machst Du es mir an einem Tag so leicht und bescherst mir die tollsten Erlebnisse, während ich Dich am nächsten Tag am liebsten mit all Deinen lauten Polizeisirenen und rückwärts fahrenden Biep-Biep-Biep-Trucks ins unendliche Weltall schießen möchte?“

Es war heute mal wieder richtig schön ruhig in unserem Schlafzimmer und ich bekam – mal wieder – keine Antwort auf diese brennende Frage!

Die Stadt New York City
Die Stadt New York City, die leider ’ne Menge Abwechslung zu bieten hat.

Ende von Kapitel 26


Auf in die Hamptons und nie wieder zurück - Kapitel 25- Kapitelübersicht -Sex, drugs and Rock'n roll! - Teil 2 - Kapitel 27


Hier klicken für eine Liste aller Kapitel!

Hier klicken für eine Seite mit schönen Fotos aus New York!


Fragen jeder Art bitte als Kommentar stellen!

2 Kommentar

  1. Die Frage die mich immer mehr interessiert, wie gefällt deiner Familie das Leben in NYC und wie wohl fühlen sich die Kinder in diesem neuen Umfeld? Ich kann momentan gar nicht richtig nachvollziehen, wie lange ihr euer Abenteuer in NYC dort bis zu diesem Kapitel lebt. Sicherlich habe ich das irgendwie überlesen, weil ich in meinen Gefühlsschwankungen für diese Stadt immer durch dich hin und her gerissen werde. 😉
    Übrigens war ich noch nie in NYC, ich kann gar nicht so genau sagen warum. Zu laut, zu schrill, zu teuer, zu viele Menschen? Irgendwann muss ich diese Stadt wohl doch einmal besuchen, nur damit ich nicht denken muss etwas verpasst zu haben.
    Viele Grüße, Michaela

    • Hallo Michaela,

      Danke für den Hinweis. Ich werde die Gefühle der gesamten Familie mal wieder im nächsten Kapitel einfließen lassen. So oder so hatte ich vor das noch ausführlicher in einem der kommenden Kapitel zu tun.
      In diesem Kapitel sind wir schon über ein Jahr in New York gewesen…

      In jedem Fall ist New York eine Reise wert. Zur Zeit sprechen wir öfter darüber, was es so alles Tolles in New York gibt. Es ist nur leider garantiert kein idealer Platz zum Leben mit Familie bzw. kleinen Kindern…

      LG aus Miami

      Wolfgang

Kommentar verfassen